Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR

    Aus DDR-Lexikon

    Abk.: BEK; 1945 wurden die acht evangelischen Landeskirchen der sowjetischen Besatzungszone an den Bund der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angeschlossen. Von ihnen waren drei Mitglieder der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche (VELK); die übrigen fünf gehörten der Evangelischen Kirche der Union (EKU) an. Nach der Gründung zweier Staaten auf deutschem Territorium akzeptierte die SED-Führung die westliche Führungsrolle nicht mehr und verstärkte die Konfrontation zwischen Kirche und Staat. 1968 mussten sich die ostdeutschen Landeskirchen dem massiven Druck durch die SED geschlagen geben und konstituierten sich als eigenständiger Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR (BEK). Trotzdem blieb das Verhältnis zwischen Kirche und Staat gespannt. Auch das bereits 1957 eingerichtete Amt für Kirchenfragen im DDR-Ministerrat konnte nur wenig vermitteln. Beschlüsse in Bereichen, die sowohl Kirche als auch Regierung berührten, wurden zu einem Tauziehen: Während die Kirche beispielsweise die Einführung des Ersatzdienstes ("Baueinheiten") durchsetzen konnte, war sie nicht in der Lage, die Einrichtung des Fachs "Wehrkunde" an den Oberschulen zu verhindern. In den 1980er Jahren waren die Kirchen Sammelbecken für Friedens- und Alternativbewegungen. Nach der Wiedervereinigung schloss sich der BEK wieder der EKD an.