Chronik der DDR 1945-1949

    Aus DDR-Lexikon

    Nach Kriegsende übernahmen die vier Siegermächte USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion die oberste Regierungsgewalt in Deutschland. Weil sich die Staats- und Regierungschefs nicht auf ein einheitliches Vorgehen verständigen konnten, einigte man sich darauf, Deutschland in vier Besatzungszonen und Berlin in vier Sektoren aufzuteilen. In der sowjetischen Zone bildete sich die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) unter der Leitung des militärischen Oberbefehlshabers. Entscheidungen, die das Land als Ganzes betrafen, sollten trotzdem gemeinsam gefällt werden; hierzu wurde der Alliierte Kontrollrat gebildet. Die sowjetische Besatzungsmacht prägte das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche System ihrer Zone in den folgenden Jahren nachhaltig.

    Bereits im Juni 1945 wurden wieder mehrere Parteien zugelassen, wodurch zumindest formal ein pluralistisches Parteiensystem ermöglicht wurde. Von Anfang an aber wurden die Kommunisten von der SMAD bevorzugt und unterstützt. Weil die KPD jedoch bei der Bevölkerung nicht die gewünschte Popularität erreichte, wurde 1946 die Zwangsvereinigung der KPD und SPD beschlossen, aus der die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) hervorging.

    Ein wirtschaftlicher Aufbau wurde durch die Demontage von zahlreichen Industrieanlagen zu Reparationszwecken stark beeinträchtigt. Im September 1945 wurde eine umfangreiche Bodenreform mit vielen Enteignungen durchgeführt, bei der etwa ein Drittel der gesamten Wirtschaftsfläche der Besatzungszone verteilt wurde. Am 4. Juni 1947 wurde die Deutsche Wirtschaftskommission gegründet, in der alle bisherigen Zentralverwaltungen der sowjetischen Besatzungszone zusammengefasst wurden.

    Im Laufe der Jahre wurde das Verhältnis zwischen der Sowjetunion und dem Westen immer angespannter, was weltweit schließlich in den Kalten Krieg mündete. Diese Differenzen führten in Deutschland letztlich zur Teilung des Landes. Eine Währungsreform in den westlichen Zonen und den Westsektoren Berlins im Juni 1948 gegen den Willen der Sowjetunion ließ diese zu drastischeren Mitteln greifen: Durch eine Blockade Berlins wollte sie die vollständige Kontrolle der Hauptstadt erreichen. Berlin wurde daraufhin von den Westalliierten über eine Luftbrücke mit Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern versorgt. Erst ein knappes Jahr später, am 12. Mai 1949, wurde die Berlin-Blockade beendet.

    Am 7. Oktober 1949 wurde die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegründet, unter anderem als Reaktion auf die Gründung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) wenige Wochen zuvor. Otto Grotewohl wurde zum Ministerpräsidenten ernannt und Wilhelm Pieck wurde am 11. Oktober zum Präsidenten der DDR gewählt. Beide waren Vorsitzende der SED. Mit der Staatsgründung trat die neue Verfassung in Kraft, die bereits ein Jahr zuvor entworfen worden war.