Fahrzeuge

    Aus DDR-Lexikon

    Ikarus

    Die Busse des ungarischen Herstellers Ikarus, früher wichtiges Verkehrsmittel, sind mittlerweile zum Kultobjekt geworden. Heute sind sie nur noch schwer zu finden, obwohl ehemals mehrere Tausend Ikarusse das Verkehrsbild der DDR prägten.

    MZ

    Motorräder aus dem VEB Motorradwerk Zschopau; bereits 1970 wurde die millionste MZ-Maschine ausgeliefert. Mit den Bikes  - zuweilen gab es gleichzeitig 65 aktuelle Modelle - wurden sogar Weltmeisterschaften gewonnen. Heute produziert die MZ Motorrad und Zweiradwerk GmbH in Zschopau weiterhin sportliche Motorräder und Motorroller mit so klangvollen Namen wie Baghira, Mastiff oder Moskito.

    Pitty

    Motorroller,der seit Februar 1955 gebaut wurde und durch seine üppige Blechverkleidung gut drei Zentner wog, weshalb er nur mit 5 PS durch die Republik knatterte, aber trotzdem stolze 2 300 Mark kostete. Über 13 000 Stück wurden gebaut. Die Produktion des Pitty dauerte jedoch nur bis 1956; seine Nachfolgemodelle hießen Wiesel, Berlin und 1963/64 Troll 1.

    Schwalbe

    Die "Schwalbe" entstammt dem Simson-Werk in Suhl und ist eine Mischung aus Motorroller und Mokick. Zwischen 1964 und 1986 wurden rund 6,5 Millionen Stück gebaut. Vor allem das zweckmäßige Styling und der robuste Motor machten die Schwalbe, die laut Einigungsvertrag 60 km/h (und damit 10 km/h schneller als anderen Mopeds) fahren durfte, so beliebt. Zu DDR-Zeiten war sie vor allem als Fahrzeug für die Volkspolizei im Einsatz, im Westen fand sie kaum Beachtung. Mittlerweile stehen die Vogelmodelle, zu denen auch "Star", "Spatz", "Sperber" und "Habicht" zählen, wieder hoch im Kurs. In Deutschland gibt es schätzungsweise noch eineinhalb Millionen der "Ostalgie-Roller". Nach der Wiedervereinigung kam das Aus für den traditionsreichen Betrieb in Thüringen, in dem zum Schluss 3 500 Mitarbeiter 200 000 Fahrzeuge im Jahr produzierten. Das Unternehmen, zu dem die Brüder Simson 1856 den Grundstein gelegt hatten, stand vor dem finanziellen Ruin. Doch nach Verhandlungen mit der Treuhand konnte die Produktion erneut aufgenommen werden: Ab Februar 1992 wurden in Suhl wieder Mokicks und Motorroller gebaut. Doch zehn Jahre später, 2002, musste das Unternehmen endgültig Insolvenz anmelden.

    Trabant

    1904 wurden in Zwickau die ersten Autos der Marke Horch gebaut, 1909 siedelte sich Audi an. Etwa drei Jahrzehnte später etablierte sich DKW, der Monopolist bei der Kleinwagenherstellung. Nach dem Zweiten Weltkrieg schlug die Geburtsstunde der vierten Automarke IFA, die den Trabant hervorbrachte. 1954 beschloss das Präsidium des Ministerrats der DDR eine Anweisung für den Minister für Maschinenbau, ein Auto mit folgenden Eigenschaften entwickeln zu lassen: Kleinwagen mit zwei Haupt- und zwei Nebensitzen, Kunststoffkarosserie, Gewicht maximal 600 kg, durchschnittlicher Kraftstoffverbrauch 5,5 l/ 100 km, Jahresproduktion ca. 12 000 Stück, Preis 4 000 Mark. Die Idee des Trabant, liebevoll Trabi genannt, war geboren. Den beliebten "Volkswagen der DDR" gab es in den folgenden Modellen:

    • Trabant P70 (nur 1954-59)
    • Trabant P50 (18 PS)
    • Trabant P500 bzw. Trabant P500 Kombi (20 PS)
    • Trabant P600 bzw. Trabant P600 Kombi (23 PS)
    • Trabant 601 S, de Luxe und Universal (23-26 PS)
    • Trabant 1.1 (VW-Motor mit 40 PS)

    Der P70 wird häufig als "Ur-Trabant" bezeichnet; er entstand 1954 als Zwischenlösung aus dem FEW-Chemnitz-Entwurf für den P50. Das relativ unauffällige Design traf sehr gut den Geschmack der damaligen Zeit. Besonderes Merkmal war, dass der Kofferraum nur vom Innenbereich des Autos aus zugänglich war. 1956 entwickelte das Automobilwerk Zwickau den P50, der für die damaligen Verhältnisse viel Platz bot und immerhin Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h schaffte. Der Trabant P500 ist mehr oder weniger eine Fortsetzung des P50 mit überarbeitetem Motor und verbesserter Kühltechnik. 1963 entstand aus ihm der P600, der sich vor allem durch größere Zylinderbohrungen und mehr Hubraum auszeichnet. Technisch stellt der P600 die Grundlage für sein Nachfolgemodell P601 dar, welches im Folgejahr präsentiert wurde. Der Trabant 1.1 war schließlich der letzte Versuch, den Trabi mit einem Viertaktmotor auf ein technisch modernes Niveau zu bringen. Bis 1991 wurden insgesamt rund 3 Millionen Stück produziert. Nach der Wiedervereinigung wurde die Herstellung eines der (im Westen) bekanntesten Symbole der DDR eingestellt.

    Auch heute erfreut sich der Trabi noch ungeheurer Beliebtheit. In Zwickau, der Geburtsstätte des niedlichen Kleinwagens, treffen sich jährlich hunderte Trabifans, um ihren Schützling zu feiern. Obwohl - oder gerade weil - der Trabi das populärste Auto der DDR war, ist es fast schon zum Volkssport geworden, Trabi-Witze zu erzählen. Hier eine kleine Auswahl:

    • Ist der Trabi durch die marxistische Theorie gesichert?

    Ja, denn Karl Marx sagt: "Ein Ding kann Gebrauchswert sein, ohne Wert zu sein."

    • Ein Trabibesitzer zum Ersatzteilverkäufer: "Ich hätte gerne ein paar Scheibenwischer für meinen Trabi."

    Darauf der Verkäufer: "OK, fairer Tausch."

    • Wie verdoppelt man den Wert eines Trabi?

    Indem man ihn volltankt!

    • Wie verdreifacht man ihn?

    Indem man eine Banane auf den Rücksitz legt!

    • Wie stellt man einen Trabi "de Luxe" her?

    Man wirft die Fahrersitze raus.

    • Was bedeutet das Kürzel "601"?

    600 haben ihn bestellt, einer hat ihn bekommen.

    • Was ist der Unterschied zwischen einem Trabi und einem Düsenjäger?

    Den Düsenjäger sieht man, bevor man ihn hört. Beim Trabi ist es umgekehrt.

    Wartburg

    Der Wartburg wurde in den 1896 gegründeten VEB Automobilwerken in Eisenach hergestellt und war der "Mercedes" unter den DDR-Autos. Die Fahrzeuge galten als zuverlässig und leistungsstark, so wurden 1958 sogar Wartburg-Motoren für Boote des Rennsports verwendet. Eigentlich war der Wartburg nur ein Produkt seiner krisengeplagten Zeit: Als das Werk 1952 zum Volkseigentum der DDR wurde, war es an der Zeit, ein neues Konzept zu entwickeln, das den Bedürfnissen des neuen Staates und seiner Bürger entsprach. Bisher waren im Eisenacher Werk hauptsächlich große Automobile hergestellt worden, doch mit dem Beginn einer neuen Ära stellten die Werke ihre Produktion um: Der 1956 erstmals vorgestellte Wartburg Typ 311 war ihr erster PKW mit Zweitaktmotor. Er glänzte trotzdem durch technische Spitzenleistung (32-PS-Motor, Lenkradschaltung und Kraftstoffpumpe) und altbewährte Qualität. Der Wartburg wurde zum begehrten Mittelklassewagen und überzeugte viele DDR-Bürger durch seine Zuverlässigkeit und hochwertige Verarbeitung. Damit wurde er zu einem Statussymbol und übertraf die Erwartungen seiner Erbauer bei weitem. Mit der Wiedervereinigung veränderte sich der PKW-Markt schlagartig und viele Ost-Werke waren nicht mehr konkurrenzfähig. Opel investierte damals in Eisenach und so musste das Werk nicht stillgelegt werden; die Produktion der Wartburg-Modelle wurde jedoch eingestellt.

    Heute ist der Wartburg ein begehrtes Sammlerobjekt, für das je nach Baujahr und Typ einige tausend bis zehntausend Euro bezahlt werden. Folgende Modelle des Wartburgs wurden zu DDR-Zeiten hergestellt:

    • Wartburg 311/312 (38 PS) als Limousine, Kombi, Camping, Coupé, Pick up und Cabrio
    • Wartburg 313 Sportcoupé (50 PS)
    • Wartburg 353 (50 PS) als Limousine und Tourist
    • Wartburg 1.3 Irmscher/Trans (VW-Motor 58 PS)