Günter Mittag

    Aus DDR-Lexikon

    deutscher Politiker geboren: 8. Oktober 1926 in Stettin, Pommern gestorben: 18. März 1994 in Berlin

    Mittag war der typische zweite Mann: Der Bahnlehrling trat gleich nach Ende des Zweiten Weltkriegs der KPD bei, bekleidete in der SED diverse Posten, studierte Wirtschaftswissenschaften, stieg 1962 ins Zentralkomitee und 1966 ins Politbüro auf. 1973-76 war Mittag erster Stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats und 1984 bis zum Sturz Honeckers am 18.10.1989 stellvertretender Vorsitzender des Staatsrats. Am 23.11.1989 wurde er aus der untergehenden SED ausgeschlossen und am 3.12.1989 verhaftet. Aus gesundheitlichen Gründen erhielt er im Sommer 1990 Haftverschonung; das Verfahren wegen Veruntreuung von Volksvermögen wurde 1993 wegen Verhandlungsunfähigkeit eingestellt.

    • 1943-45 Bahnlehrling
    • 1945 Eintritt in die KPD, die 1946 durch den Zusammenschluss mit der SPD in die SED aufgeht
    • 1956 Fernstudium an der Hochschule für Verkehrswesen Dresden
    • 1958 Promotion
    • 1959 Verleihung des Vaterländischen Verdienstordens
    • ab 1962 Mitglied des Zentralkomitees der SED
    • ab 1962 Mitglied des Forschungsrats
    • ab 1963 Abgeordneter der Volkskammer
    • 1963-71 Mitglied des Staatsrats
    • 1964 Verleihung des Vaterländischen Verdienstordens
    • ab September 1966 Mitglied des Politbüros
    • 1973-76 Erster Stellvertretender des Vorsitzenden des Ministerrats
    • 1976 Auszeichnung mit dem Karl-Marx-Orden
    • ab 1979 erneut Mitglied des Staatsrats
    • 1982-89 Mitglied des Nationalen Verteidigungsrats
    • 1984-89 stellvertretender Vorsitzender des Staatsrats
    • 1986 Auszeichnung mit dem Karl-Marx-Orden
    • am 18.10.1989 Entbindung von allen leitenden Funktionen
    • 23.11.1989 Ausschluss aus der SED
    • 3.12.1989-2.8.1990 Untersuchungshaft, Haftverschonung aus gesundheitlichen Gründen
    • Juli 1991 Anklage wegen Veruntreuung von Volksvermögen
    • 1993 Verfahren wegen Verhandlungsunfähigkeit eingestellt