Harry Tisch

    Aus DDR-Lexikon

    Politiker geboren: 28. März 1927 in Heinrichswalde gestorben: 18. Juni 1995 in Berlin

    Harry Tisch war ab 1975 Vorsitzender des Bundesvorstands des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB). 1989 schied er aus allen Ämtern aus und wurde 1991 wegen Untreue zu Lasten sozialistischen Eigentums zu einer Gefängnisstrafe von 18 Monaten verurteilt.

    • 1941-44 Ausbildung zum Bauschlosser
    • 1945-46 Eintritt in die KPD/SED
    • 1945 Freier Deutscher Gewerkschaftsbund (FDGB)
    • ab 1948 als Gewerkschaftsvertreter aktiv, u.a. als Landesvorsitzender der IG Metall in Mecklenburg
    • 1950-52 Abgeordneter des Landtags von Mecklenburg
    • 1953-55 Parteihochschule "Karl Marx", Diplom-Geschichtswissenschaften
    • ab 1955 Übernahme politischer Ämter
    • ab 1963 Mitglied des Zentralkomitees
    • ab 1975 Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED
    • ab 1963 Abgeordneter der Volkskammer
    • 1970 Vaterländischer Verdienstorden, Karl-Marx-Orden
    • ab 1975 Mitglied des Staatsrats und Mitglied des Präsidiums des Nationalrats der Nationalen Front
    • 1975-89 Vorsitzender des Bundesvorstandes des FDGB
    • 1989 mit dem Politbüro des Zentralkomitees der SED Rücktritt, in der Folgezeit Aufgabe bzw. Entbindung von weiteren Ämtern, Ausschluss aus der SED
    • 1991 Verurteilung wegen "Vertrauensmissbrauchs und Untreue"
    • Januar 1995 Anklage wegen der "Todesschüsse an der Berliner Mauer und der Innerdeutschen Grenze"