Schabowski, Günter

    Aus DDR-Lexikon

    SED-Funktionär, Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees und 1. Sekretär der Bezirksleitung Berlin der SED geboren: 4. Januar 1929 in Anklam, Mecklenburg-Vorpommern

    Als Journalist war Schabowski unter anderem Chefredakteur des SED-Zentralorgans "Neues Deutschland". Seit Mitte der 1980er Jahre betätigte er sich stärker im politischen Bereich: 1984 wurde er Mitglied des Politbüros, 1986 Sekretär des Zentralkomitees der SED. Schabowski war maßgeblich an den Geschehnissen der Wende beteiligt: Im Rahmen einer Pressekonferenz sprach Schabowski über die Neuregelung der Ausreise aus der DDR. 1997 wurde er im Zusammenhang mit den Todesschüssen an der deutsch-deutschen Grenze zu einer Haftstrafe verurteilt, jedoch später begnadigt.

    • ab 1946 als Journalist tätig
    • 1949-67 Redakteur der FDGB-Zeitung "Tribüne"
    • ab 1952 Mitglied in der SED
    • 1962 Abschluss eines Fernstudiums als Diplom-Journalist an der Karl-Marx-Universität Leipzig
    • 1967/68 Besuch der Parteihochschule "Karl Marx" beim Zentralkomitee der SED in Moskau
    • 1968 Stellvertreter, ab 1974 1. Stellvertreter, 1978-85 Chefredakteur des SED-Zentralorgans "Neues Deutschland"
    • 1977 Verleihung des Vaterländischen Verdienstordens
    • 1978-85 Mitglied der Agitationskomitees des SED-Politbüros
    • 1981-90 Abgeordneter der Volkskammer
    • 1981-89 Mitglied des Zentralkomitees, ab 1986 Sekretär
    • 1984-89 Mitglied des SED-Politbüros
    • 1985-89 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Berlin
    • 1989 Auszeichnung mit dem Karl-Marx-Orden
    • 8.11.1989 Rücktritt mit dem Politbüro, 14.11.1989 Wiederwahl
    • 31.12.1989 Rücktritt mit dem Zentralkomitee der SED
    • 21.1.1990 Ausschluss aus der SED/PDS
    • 1992-99 arbeitet er bei den "Heimatnachrichten" in Bebra
    • 1995 wird ein weiterer Prozess vor dem Berliner Landgericht gegen ihn eröffnet, wegen "Totschlag und Mitverantwortung für das Grenzregime der DDR"
    • 1997 wird er zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, nach eingelegter Revision bestätigt der Bundesgerichtshof 1999 das Urteil
    • 2000 Berlins regierender Bürgermeister, Eberhard Diepgen, begnadigt Schabowski, der danach aus der Haft entlassen wird