Schulsystem

    Aus DDR-Lexikon

    In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wurde am 1.10.1945 der Unterricht an den allgemeinbildenden Schulen wieder aufgenommen. Im September 1945 erging von der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) die Weisung zur Gründung des Schulbuchverlags "Volk und Wissen". In einem "gemeinsamen Aufruf zur demokratischen Schulreform" von KPD und SPD wurde die Bereinigung der Schulen von faschistischem Lehr- und Verwaltungspersonal, die strikte Trennung von Schule und Kirche, das Verbot von Privatschulen und die Ausarbeitung neuer Lehrpläne gefordert. Ab 1950 existierte in der DDR Schulpflicht. Die 1954 eingeführte Jugendweihe diente als Instrument zur "politischen und moralischen Erziehung". In der FDJ fand außerdem die Erziehung der Heranwachsenden zu "sozialistischen Persönlichkeiten" statt; sie organisierte die schulfreie Zeit und veranstaltete Ferienlager.

    Polytechnischer Unterricht

    Der Polytechnische Unterricht bestand seit 1958; die POS (Polytechnischen Oberschulen) waren Gesamtschulen mit insgesamt zehn (wahlweise nur acht) Klassen. Es existierte keine Trennung nach Berufsziel und Lernbegabung, wie an den Schulen der Bundesrepublik. Ziel des Polytechnischen Unterrichts war die "systematische Einführung in die sozialistische Produktion und Landwirtschaft"; dies sollte durch produktionsbezogenen Werk- und technischen Zeichenunterricht, Unterrichtstage in der sozialistischen Produktion (7. bis 12. Klasse) und ein 14-tägiges Betriebspraktikum in der 9. Klasse erreicht werden. Die 9. bis 12. Klasse diente der Einführung in die sozialistische Produktion in Industrie und Landwirtschaft.

    Fächer

    Als verpflichtende Fremdsprache galt Russisch; außerdem wurde Englisch, selten Französisch unterrichtet. Neben den auch in der Bundesrepublik üblichen Fächern wie beispielsweise Deutsch und Mathematik gab es noch ESP (Einführung in die sozialistische Produktion) und PA (Produktive Arbeit) bzw. UTP (Unterrichtstage in der Produktion).