Sozialistische Einheitspartei Deutschlands

    Aus DDR-Lexikon

    Abk.: SED; Die Vereinigung von SPD und KPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands am 21./22.4.1946 erfolgte nicht ganz freiwillig - vor allem auf der Seite der SPD. Die Parteien mussten sich aber dem starken Druck der sowjetischen Besatzungsmacht beugen. Bei der Zeremonie im Ost-Berliner Admiralspalast wurden Otto Grotewohl (SPD) und Wilhelm Pieck (KPD) zu gleichberechtigten Vorsitzenden gewählt. Das Parteiprogramm sprach zunächst noch von einem deutschen Weg des Sozialismus, der auf demokratischem Weg erstrebt werden sollte. Innerhalb kurzer Zeit jedoch wurde die SED zur Kaderpartei, die jede innerparteiliche Opposition rigoros bestrafte. Die Partei wurde - auch im Sinne der DDR-Verfassung - zur alleinigen Führungsmacht im Staat. Die SED wurde durch den Parteitag geleitet. Dieser bestimmte das Zentralkomitee (ZK), das wiederum die Mitglieder des Politbüros berief. Politbüro und Sekretariat, das eigentliche Machtzentrum von Partei und Regierung, wurden durch den Generalsekretär geleitet. In Betrieben, Wirtschaftsverbänden, Verwaltungen, Akademien, bei der Polizei und Armee existierten insgesamt rund 50 000 Grundorganisationen als Sockel der Partei. Nachdem die Wiedervereinigung eingeleitet worden war, musste die SED ihren Konkurs einleiten: Am 1.12.1989 wurde der absolute Führungsanspruch der Partei gestrichen, zwei Tage später traten ZK und Politbüro geschlossen zurück. Am 4.2.1990 änderte die SED ihren Namen in Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS).