Tourismus

    Aus DDR-Lexikon

    Der DDR-Tourismus diente der Erholung der Bürger der DDR und sollte durch die staatliche Förderung auch die sozialistische Haltung der DDR-Bürger stärken. Urlaubsreisen fanden hauptsächlich innerhalb des DDR-Staatsgebiets statt, da Urlaub im kapitalistischen Ausland verboten war. Beliebte Ziele waren die Ostseeinseln Rügen und Usedom sowie die Sächsische Schweiz und der Thüringer Wald. Fernreisen waren nur in das befreundete sozialistische Ausland erlaubt und auch dort streng kontingentiert; neben dem Schwarzen Meer stand auch Kuba zur Wahl. Der DDR-Tourismus war vorwiegend staatlich organisiert. Der größte "Reiseveranstalter" war der Feriendienst des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds (FDGB) mit eigenen FDGB-Ferienheimen (bis zu 2 Mio. Reisen pro Jahr), daneben gab es als Volkseigenen Betrieb (VEB) das "Reisebüro der DDR" und ab 1975 "Jugendtourist", das Jugendreisebüro der Freien Deutschen Jugend (FDJ). Der Tourismus umfasste natürlich auch die (wenigen) Reisen westeuropäischer Ausländer in die DDR, die somit den Devisenhaushalt des Staates sanierten.