Willi Stoph

    Aus DDR-Lexikon

    deutscher Politiker geboren: 9. Juli 1914 in Berlin gestorben: 13. April 1999 in Berlin

    ab 1946 Mitglied der SED; 1953 bis 1955 DDR-Innenminister; 1956 bis 1960 Verteidigungsminister; 1964 bis 1973 und 1976 bis 1989 Vorsitzender des Ministerrats der DDR. Mitverantwortlich für den Schießbefehl an den Grenzen der DDR. Ein nach der Wiedervereinigung eingeleitetes Strafverfahren wegen dieser Mitverantwortung wurde 1993 auf Grund gesundheitlicher Probleme Stophs eingestellt.

    • 1928-31 Ausbildung zum Maurer
    • 1928-31 Eintritt in den Kommunistischen Jugendverband Deutschland (KJVD) Berlin-Schöneberg, in verschiedenen Funktionen tätig
    • 1931 Eintritt in die KPD Berlin-Schöneberg
    • 1931-34 Mitarbeiter im Nachrichtendienst der KPD ("Gegnerarbeit", "Weissapparat")
    • Während des Zweiten Weltkriegs zeitweise im Untergrund politisch aktiv
    • April-Juli 1945 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft
    • 1945/46 Eintritt in die KPD/SED, in verschiedenen Funktionen tätig
    • 1950-89 Mitglied des Zentralkomitees
    • 1950-53 Sekretär des Zentralkomitees
    • 1953-89 Mitglied des Politbüros
    • 1950-89 Abgeordneter der Volkskammer
    • 1950-52 Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses der Volkskammer
    • 1952-55 Minister des Innern
    • 1954 Vaterländischer Verdienstorden
    • 1954-62 stellvertretender Vorsitz des Ministerialrats
    • ab 1955 verantwortlich für die Kasernierte Volkspolizei (KVP), das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), das Amt für Technik, das Amt für Kernforschung und Kerntechnik und für den Wissenschaftlichen Rat für die friedliche Anwendung der Atomenergie
    • 1956-60 Minister für Nationale Verteidigung
    • 1959 Ernennung zum Armeegeneral, Mitglied des Nationalen Verteidigungsrats
    • 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus
    • 1962-64 1. stellvertretender Vorsitzender des Ministerialrats
    • 1964-73 Vorsitzender des Ministerialrats in Nachfolge von Otto Grotewohl
    • 1964 Held der Arbeit
    • 1964 Banner der Arbeit
    • 1963/64 Mitglied des Staatsrats
    • 1964-73 stellvertretender Vorsitzender des Staatsrats, erneut 1976-89
    • 1969 Karl-Marx-Orden
    • 1973-76 Vorsitzender des Staatsrats als Nachfolger Walter Ulbrichts
    • 1965 Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden
    • 1974 Karl-Marx-Orden
    • 1976-89 Vorsitzender des Ministerialrats (Nachfolge von Horst Sindermann)
    • 1979 Held der Arbeit
    • 1984 Lenin-Orden, Held der DDR, Karl-Marx-Orden
    • 1989 Karl-Marx-Orden
    • November 1989 Rücktritt zusammen mit der gesamten Regierung, Abberufung als Mitglied des Staatsrats und Ausscheiden aus der Volkskammer
    • Dezember 1989 Ausschluss aus der SED, Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens und Festnahme wegen Verdacht auf Amtsmissbrauch, Korruption, Schädigung der Volkswirtschaft und persönliche Bereicherung
    • 1990 auf Grund gesundheitlicher Probleme aus der Haft entlassen
    • 1991 Festnahme auf Grund der Ermittlungen wegen der Schüsse an der deutsch-deutschen Grenze; Einstellung des Verfahrens 1993
    • 1994 Stophs Klage gegen die Beschlagnahmung seines Vermögens wird zurückgewissen