Zentralkomitee der SED

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    Abk.: ZK der SED; Das Zentralkomitee war das nominelle Führungsgremium der Partei zwischen den SED-Parteitagen, zuständig für die Realisierung der Beschlüsse des Parteitages. Es zeichnete außerdem verantwortlich für die personelle Besetzung der eigentlichen Führungs- und Machtstellen, des Politbüros und des Sekretariats. Laut Statut musste das ZK mindestens halbjährlich tagen. Da die Sitzungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden, ließen sich die Willensbildungsprozesse nur schwer nachvollziehen. Vermutlich bestätigte das ZK jedoch lediglich die bereits durch das Politbüro formulierten Beschlüsse. Darüber hinaus erörterte das Zentralkomitee den Rechenschaftsbericht des Politbüros. Die Mitgliederzahl des Gremiums erhöhte sich zwischen 1950 und 1986 von 51 auf 165. Dazu kamen 30 bzw. 57 nicht stimmberechtigte Kandidaten; sie alle stellten den "Kreis der Auserwählten" der SED dar. Dieses drastische Wachstum war zum Teil auf die Zunahme der Aufgabenbereiche, zum Teil aber auch auf die Praxis zurückzuführen, besonders verdienstvolle Genossen sozusagen innerhalb des ZK in Rente gehen zu lassen.