Alles Mögliche

    Aus DDR-Lexikon

    Duosan Rapid

    Duosan Rapid war der konkurrenzlose Universalkleber für den Haushalt. Er klebte alles, ohne Fäden zu ziehen - und roch dafür stark nach Aceton. Mittlerweile gibt's ihn wieder von UHU, produziert wird er aber immer noch in Wolfen.

    Eg-gü

    Seit 1890 gibt es Egberth Günthers "feinste deutsche Schuhcreme", ab 1972 kam Eg-gü aus dem VEB Schuhpflegemittel Dresden, ab 1980 aus dem VEB Wittol in Wittenberg. 1993 wurde reprivatisiert. Der Betrieb - der die komplett lösemittelfreie Schuhpflege erfunden hat - besitzt heute eine Produktpalette von mehr als 70 Einzelprodukten, außerdem einen Marktanteil von über 50 Prozent in den Baltischen Staaten.

    Flibol

    Die VEB Fettchemie Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz) stellte den Mückenschutz auf Alkoholbasis her, denn "gegen der Insekten Plagen hilft kein wütend Um-Sich-Schlagen". Vielmehr sollte die Hausfrau, anstatt sich bei der Jagd nach einer Fliege mit der Fliegenklatsche auf einen wackeligen Stuhl zu begeben, wie es ein Werbespot zeigte, zu "Flibol" greifen, um sich vor Mücken und Fliegen zu schützen, denn Flibol "wirkt schneller und besser". Vom Spray über Cremes bis hin zu Kugeln sollte Flibol dem Ungeziefer den Garaus machen. Inzwischen wurde die schädigende Wirkung des wirkenden Inhaltsstoffs Trichlorfon in wissenschaftlichen Experimenten nachgewiesen.

    Heiko

    Das Schreibutensil aller Schüler vom 1953 verstaatlichten und danach unter dem als "VEB Füllerfabrik Heiko" bekannten wichtigsten Füllfederhersteller der DDR. Ein patentiertes Tintenleitsystem wurde um 1972 entwickelt und wird noch heute verwendet. 1991 übernahm die Firma Schneider das Unternehmen.

    Kriepa

    Kriebsteiner Papierprodukte wie Taschentücher oder Servietten. Die Kriepa Hygienepapier Verarbeitungs- und Vertriebsgesellschaft ist heute eine Tochtergesellschaft der WEPA Papierfabrik; die Produktpalette wurde auf Toilettenpapier und Küchentücher reduziert.

    Minol

    Die Tankstelle mit dem Minol-Pirol als Maskottchen war bis zum Ende der DDR mit 930 Zapfstationen im Land verteilt. Das VEB Kombinat Minol stellte aber auch alle anderen Ölprodukte für die DDR her. Nach der Wiedervereinigung wurde das Unternehmen von dem Erdöl-Konzern Total-Fina-Elf aufgekauft. 1995 kam das Ende für die Marke Minol. Der damit ebenfalls verschwundene Minol-Pirol tauchte 1998 wieder auf, als das Leipziger Joint Venture-Unternehmen Tyczkaminol, das 1990 den Bereich Flüssiggas der Firma VEB Minol übernommen hatte, ihn wieder aufleben ließ und mit der aufkommenden Ostalgie-Welle große werbetechnische Erfolge erzielte.

    Mux

    Insektengift, bei dem man in den Zerstäuber blasen musste. Häufig funktionierte dieser simple Mechanismus jedoch nicht, so dass die Mücken weiter leben durften.

    Narva

    Glühlampen aus dem Kombinat Narva. Der Name steht für die Bestandteile N - Stickstoff, AR - Argon und VA - Vakuum. Nach der Wiedervereinigung entstanden aus dem NARVA-Konzern fünf eigenständige Unternehmen, von denen jedes das gemeinsame Logo behalten hat, ergänzt mit den jeweiligen eigenen Produkten.

    Wittol

    Im VEB Wittol Wittenberg Lutherstadt, das 1951 aus der Zusammenlegung des Sidol-Werks (Putzmittelherstellung) und der Dr. Thompson-Seifenwerke entstand, wurde der Kerzenbestand der DDR produziert. Nach der Wiedervereinigung wurde das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt und zwei Jahre später privatisiert.

    ZEKIWA

    Kinderwagen aus der "Zeitzer Kinderwagenindustrie", wo auch Puppenwagen hergestellt wurden. Bis zur Wiedervereinigung stammten die meisten Kinderwägen im osteuropäischen Raum aus der Nähe von Zeitz. Heute entwickelt und vertreibt die Firma in Döschwitz wieder ein breites Sortiment an Kinder- und Puppenwägen und Zubehör wie Reisebetten, Hochstühlen oder Lauflernhilfen.