Chronik der DDR 1956

    Aus DDR-Lexikon

    3. Januar Beginn des offiziellen Fernsehprogramms unter der Bezeichnung »Deutscher Fernsehfunk«.
    9. Januar

    - 14. Januar

    IV. Deutscher Schriftstellerkongress in Berlin (Ost); Forderung nach Durchsetzung des sozialistischen Realismus; Beschluss eines Statuts. Wahl von Anna Seghers, Hans Marchwitza und Erich Strittmatter (alle SED) zu Vorsitzenden.
    9. Januar

    - 14. Januar

    IV. Deutscher Schriftstellerkongress in Berlin. Reden von Johannes R. Becher (Von der Größe unserer Literatur) und Anna Seghers (Die große Veränderung und unsere Literatur). Anna Seghers, Hans Marchwitza und Erwin Strittmatter werden zu Vorsitzenden, Eduard Claudius zum 1. Sekretär des Verbandes gewählt.
    13. Januar Uraufführung des DEFA-Films »Der Teufelskreis« nach dem gleichnamigen Schauspiel von Hedda Zinner in Berlin (Buch und Regie: Carl Balhaus; Hauptdarsteller: Jochen Brockmann, Fred Delmare, Erika Dunkelmann, Irma Münch, Kurt Steingraf).
    18. Januar Volkskammer beschließt Gesetz über Schaffung der Nationalen Volksarmee (NVA) und des Ministeriums für Nationale Verteidigung.
    18. Januar Volkskammer beschließt Gesetz über die Schaffung der Nationalen Volksarmee der DDR.
    22. Januar

    - 29. Januar

    Mozart-Woche in Berlin anlässlich des 200. Geburtstages des Komponisten. Auf dem Festakt in der Deutschen Staatsoper hält Max Burghardt die Ansprache (27. Januar).
    24. Januar Beschluss des Politbüros des ZK der SED »Der Jugend unser Herz und unsere Hilfe. Über die Verantwortung und die Aufgaben der Partei bei der sozialistischen Erziehung und Förderung der gesamten Jugend der DDR«.
    24. Januar Lessing-Preis an Fritz Erpenbeck und Peter Hacks verliehen.
    14. Februar

    - 25. Februar

    XX. Parteitag der KPdSU in Moskau; Teilnahme einer Delegation des ZK der SED unter Leitung von Walter Ulbricht und Otto Grotewohl.
    15. Februar

    - 16. Februar

    Übernahme des Sozialversicherungswesens durch den FDGB.
    17. Februar Uraufführung des DEFA-Films »Genesung« (Buch: Karl Georg Egel, Paul Wiens; Regie: Konrad Wolf; Hauptdarsteller: Wolfgang Kieling, Wilhelm Koch-Hooge, Karla Runkehl).
    17. Februar Heinrich-Heine-Feiern anlässlich des 100. Todestages des Dichters.
    7. März Clara-Zetkin-Gedenkstätte in ihrem Geburtsort Wiederau eröffnet.
    9. März

    - 10. Mai

    V. Zentrale Delegiertenkonferenz des Verbandes der Deutschen Presse in Berlin. Rudi Wetzel wird erneut zum Vorsitzenden gewählt.
    13. März

    - 19. Mai

    Uraufführung der DEFA-Filme »Eine Berliner Romanze« (Buch: Wolfgang Kohlhaase; Regie: Gerhard Klein; Hauptdarsteller: Annekathrin Bürger, Erika Dunkelmann, Erich Franz, Ulrich Thein), »Thomas Müntzer« (Buch und Regie: Martin Hellberg; Hauptdarsteller: Martin Flörchinger, Wolf Kaiser, Wolfgang Stumpf, Margarethe Taudte), »Zar und Zimmermann« (Buch: A. Arthur Kuhnert; Regie: Hans Müller; Hauptdarsteller: Lore Frisch, Bert Fortell, Willy A. Kleinau) aus Anlass des 10jährigen Bestehens der DEFA.
    15. März Beschluss des Ministerrates der DDR »Über die Aufgaben und den Aufbau der Mittelschulen in der Deutschen Demokratischen Republik«.
    20. März

    - 20. Mai

    Ausstellung des Verbandes Bildender Künstler Deutschlands zu Ehren der 3. Parteikonferenz der SED in Dresden.
    24. März

    - 30. März

    3. Parteikonferenz der SED in Berlin (Ost).
    24. März

    - 30. März

    3. Parteikonferenz der SED in Berlin beschließt Direktive für den zweiten Fünfjahrplan der Entwicklung der Volkswirtschaft der DDR (1956 bis 1960). Referat Walter Ulbrichts (Der zweite Fünfjahrplan und der Aufbau des Sozialismus in der DDR). Die Konferenz konstatiert den Eintritt der DDR in eine neue Entwicklungsetappe, deren Hauptinhalt die Durchsetzung der sozialistischen Produktionsverhältnisse in allen Bereichen der Gesellschaft ist.
    27. März Heinrich-Mann-Preis der Deutschen Akademie der Künste an Rudolf Fischer, Franz Fühmann und Wolfgang Schreyer verliehen.
    1. April Institut für Volkskunstforschung in Leipzig eröffnet.
    12. April Plenartagung der Deutschen Akademie der Künste wählt Otto Nagel zum Präsidenten.
    26. April Abkommen der Regierung der DDR und der Regierung der UdSSR über kulturelle und wissenschaftliche Zusammenarbeit.
    27. April Haus der Polnischen Kultur in Berlin eröffnet.
    30. April Preis für künstlerisches Volksschaffen erstmalig verliehen, unter anderen an den Chor des Erich-Weinert-Ensembles, den Chor der Gerhart-Hauptmann-Oberschule Wernigerode und das Stephan-Hermlin-Ensemble der Pädagogischen Hochschule Potsdam.
    1. Mai Mai-Demonstration zum ersten Mal durch Militärparade der NVA eingeleitet.
    5. Mai Iskra-Gedenkstätte in Leipzig eröffnet.
    15. Mai

    - 18. Mai

    V. Pädagogischer Kongress in Leipzig schlägt Einführung der polytechnischen Bildung und Aufbau der zehnklassigen Mittelschule vor.
    15. Mai

    - 18. Mai

    V. Pädagogischer Kongress in Leipzig. Fritz Lange spricht über Aufgaben und Probleme der deutschen Pädagogik.
    25. Mai Gründung des Verlages des Ministeriums für Nationale Verteidigung (seit 1. Januar 1961 Deutscher Militärverlag).
    29. Mai

    - 30. Mai

    1. Künstlerkonferenz der Deutschen Konzert- und Gastspieldirektion.
    30. Mai Regierungserklärung Otto Grotewohls mit 8-Punkte- Vorschlag zur Annäherung und Verständigung beider deutscher Staaten; u. a. Nichteinführung der Wehrpflicht und zahlenmäßige Begrenzung der Streitkräfte in beiden deutschen Staaten.
    30. Mai Deutsche Erstaufführung von Leo? Janáceks Oper »Das schlaue Füchslein« an der Komischen Oper Berlin (Regie: Walter Felsenstein; Sänger: Irmgard Arnold, Rudolf Asmus, Herbert Rößler).
    1. Juni

    - 3. Juni

    Kongress der Natur- und Heimatfreunde in Berlin. 14 Leitsätze für die Arbeit im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands beschlossen.
    3. Juni Eröffnung der wiederhergestellten Semper-Galerie mit den von der Sowjetunion übergebenen Gemälden anlässlich der Festwochen zur 750-Jahr-Feier der Stadt Dresden.
    6. Juni Gerhart-Hauptmann-Gedächtnisstätte anlässlich des 10. Todestages des Dichters auf Hiddensee eröffnet.
    7. Juni

    - 12. Juni

    Gastspiel des Deutschen Theaters in Paris und Brüssel mit »Kabale und Liebe« von Friedrich Schiller (Regie: Wolfgang Langhoff).
    7. Juni

    - 8. Juli

    Sorbisches Volkstreffen in Bautzen. Das neuerbaute Haus der Sorben wird der Öffentlichkeit übergeben.
    8. Juni Abkommen über die kulturelle Zusammenarbeit zwischen der DDR und der Republik Syrien in Damaskus unterzeichnet.
    16. Juni FDGB-Literaturpreis an Klaus Beuchler, Karl Georg Egel, Stefan Heym, Jürgen Lenz und Paul Wiens verliehen.
    23. Juni I. Zentrale Tagung der Schmalfilmamateure in Berlin. Vorführung der Preisträgerfilme aus dem 1. Wettbewerb.
    27. Juni

    - 28. Juni

    Zweiter Kongress junger Künstler in Karl-Marx-Stadt. Rede von Alexander Abusch (Der junge Künstler in unserer Zeit).
    29. Juni Übergabe der nach dem Krieg in der Sowjetunion aufbewahrten, 300000 Bände umfassenden Gothaer Bibliothek an die DDR.
    30. Juni Vorschlag des ZK der SED an den Parteivorstand der SPD zu gemeinsamem Vorgehen gegen die Einführung der Wehrpflicht in der Bundesrepublik Deutschland; zugleich wird der Ministerrats-Beschluss vom 26.6., der eine Reduzierung der Truppenstärke der NVA von 120.000 auf 90.000 Mann vorsieht, als Beispiel herausgestellt.
    3. Juli Gesamtdeutsche Grafikausstellung »Ein Bekenntnis zum Leben« in der Deutschen Akademie der Künste in Berlin eröffnet.
    8. Juli

    - 20. Juli

    I. Internationaler Robert-Schumann-Wettbewerb für Klavier und Gesang in Berlin. Der Schumann-Wettbewerb wird 1961 in die Internationale Vereinigung der Musikwettbewerbe (FCIM) aufgenommen. 1. Preise erhalten die Sängerin Kira Isotowa, der Sänger Alexander Wedernikow (UdSSR) und die Pianistin Annerose Schmidt (DDR).
    16. Juli

    - 17. Juli

    Verhandlungen einer Regierungsdelegation unter Otto Grotewohl mit der sowjetischen Regierung in Moskau; Vereinbarungen über Herabsetzung der Unterhaltskosten für sowjetische Streitkräfte in der DDR um 50 v. H. sowie über Kreditgewährung an die DDR und Erhöhung des Warenaustauschs.
    19. Juli Vereinigung der Filmklubs der DDR gegründet. Zum Vorsitzenden wird Kurt Maetzig ernannt. Sie wird Mitglied der Internationalen Föderation.
    19. Juli Mikroaufnahmen des Nachlasses des deutschen Dichters und Revolutionärs Erich Mühsam werden der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin vom Moskauer Gorki-Institut für Weltliteratur übergeben.
    22. Juli

    - 29. Juli

    Deutsche Robert-Schumann-Ehrung in Zwickau aus Anlass des 100. Todestages des Komponisten. Eröffnung des Schumann-Hauses als Gedenkstätte in Zwickau (22. Juli).
    25. Juli

    - 28. Juli

    Erste internationale Arbeitstagung der Germanisten vom Institut für Deutsche Sprache und Literatur bei der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin veranstaltet.
    27. Juli

    - 29. Juli

    28. Tagung des ZK der SED: Rehabilitierung und Aufhebung der Parteistrafen für Franz Dahlem, Anton Ackermann, Hans Jendretzky, Elli Schmidt u. a..
    27. Juli

    - 29. Juli

    Die 28. Tagung des ZK der SED fasst den Beschluss »Die nächsten ideologischen Aufgaben der Partei«.
    2. August

    - 5. August

    II. Deutsches Turn- und Sportfest in Leipzig. Das neu erbaute Stadion der Hunderttausend wird eröffnet.
    17. August Verbot der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) durch das Bundesverfassungsgericht.
    18. August Staatsfeier zum Tode Bertolt Brechts. Gedenkansprachen von Walter Ulbricht und Johannes R. Becher (Trauer um Bertolt Brecht).
    19. August Der vom Ministerium für Kultur der DDR gestiftete Ci?inski-Preis für vorbildliche Leistungen im sorbischen Kulturleben wird erstmals verliehen an Mercin Nowak-Neumann und das Sorbische Volkstheater Bautzen. Der vom Ministerium für Kultur gestiftete Preis wird alle zwei Jahre in zwei Klassen an sorbische Künstler, Kulturschaffende und Kollektive sowie an andere Persönlichkeiten der DDR verliehen.
    20. August Ci?inski-Gedenkstätte in Panschwitz-Kuckau eingeweiht.
    27. August

    - 15. September

    Gastspiel des Berliner Ensembles in London mit »Mutter Courage«, »Pauken und Trompeten« und dem »Kaukasischen Kreidekreis«.
    31. August Uraufführung des Dokumentarfilms »Du und mancher Kamerad« (Buch: Annelie und Andrew Thorndike; Regie: Andrew Thorndike).
    31. August

    - 28. September

    Ausstellung mit Werken von Willi Geiger in der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin.
    1. September Eröffnung des Hauses für sorbische Volkskunst in Bautzen.
    1. September Staatliche Fachschule für Artistik in Berlin eröffnet.
    1. September

    - 2. September

    II. Fest des Deutschen Volkstanzes in Rudolstadt.
    13. September Vereinbarung des Bundesvorstands des FDGB und des Ministeriums für Arbeit und Berufsausbildung über Lohnerhöhungen und Aufhebung der unteren Ortsklassen; am 4.6. waren Preissenkungen für einzelne Konsumgüter in Kraft getreten; am 16.11. wurden Rentenerhöhungen festgesetzt.
    14. September

    - 16. September

    1. Kongress der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) in Karl-Marx-Stadt.
    15. September

    - 20. Oktober

    Ausstellung »Die deutsche Landschaft« mit 231 Werken von 17 Künstlern aus der BRD und 121 Künstlern aus der DDR in der Staatlichen Galerie Moritzburg in Halle.
    4. Oktober

    - 6. Oktober

    Beratungen von Vertretern der LDPD und FDP über Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands und der Möglichkeit einer Zusammenarbeit.
    6. Oktober Nationalpreisträger für Kunst und Literatur 1956: II Ernst Busch, Walter Felsenstein, Louis Fürnberg, Johannes von Guenther, Franz Konwitschny, Max Schwimmer, Kollektiv des Films »Du und mancher Kamerad« (Paul Dessau, Günther Rücker, Karl-Eduard von Schnitzler, Andrew und Annelie Thorndike), Kollektiv für den Aufbau der Staatsoper (Kurt Hemmerling, Richard Paulick); III Karl von Appen, Rudolf Bergander, Fidelio F. Finke, Ernst Kunstmann, Kurt Rehm, Leo Spies, Gerhard Unger.
    7. Oktober Kultur- und Informationszentrum der DDR in Prag eröffnet.
    8. Oktober

    - 12. Oktober

    Internationale Wissenschaftliche Heine-Konferenz in Weimar.
    12. Oktober

    - 14. Oktober

    Deutscher Laienspielkongress in Schwerin.
    16. Oktober

    - 17. Oktober

    Puppenspielertagung mit internationaler Beteiligung in Berlin.
    20. Oktober

    - 21. Oktober

    Tagung der Natur- und Heimatfreunde des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands über Fragen der Volkskundeforschung.
    23. Oktober Gründung des Büros für Urheberrechte in Berlin.
    26. Oktober Plenartagung der Deutschen Akademie der Künste. Als neue Mitglieder werden Fidelio F. Finke, John Heartfield, Franz Konwitschny, Hans Theo Richter, Alex Wedding (Grete Weiskopf) gewählt.
    1. November Gründung des VEB Verlag Enzyklopädie.
    4. November

    - 10. November

    II. Kultur- und Dokumentarfilmwoche in Leipzig.
    12. November

    - 14. November

    29. Tagung des ZK der SED: Beschluss über die Rechte der Arbeiter in den Betrieben: Beratung zur Einführung der 45-Stunden- Woche und Erhöhung der Altrenten.
    17. November Uraufführung der Operette »Wer braucht Geld?« von Guido Masanetz (Libretto: Otto Schneidereit) am Berliner Metropol-Theater.
    17. November Uraufführung des Schauspiels »Die Tage der Commune« von Bertolt Brecht in Karl-Marx-Stadt.
    17. November

    - 31. Dezember

    Jahresausstellung der Akademie der Künste in Berlin mit Werken der Malerei und Plastik. Von 124 Künstlern werden Werke ausgestellt, unter anderen von Fritz Cremer, Carl Crodel, Otto Dix, Willi Geiger, Josef Hegenbarth, Bert Heller, Max Lingner, Otto Nagel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Schwimmer.
    6. Dezember Brief des ZK der SED an die studentische Jugend der DDR.
    7. Dezember Uraufführung des DEFA-Films »Der Hauptmann von Köln« (Buch: Slatan Dudow, Henryk Keisch, Michael Tschesno-Hell; Regie: Slatan Dudow; Hauptdarsteller: Christel Bodenstein, Erwin Geschonneck, Rolf Ludwig).
    7. Dezember

    - 8. Dezember

    II. Kongress der Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse in Berlin. Werner Rothmaler zum Präsidenten wiedergewählt.
    28. Dezember Uraufführung des DEFA-Films »Zwischenfall in Benderath« nach dem Schauspiel »Trojaner« von Curt Corrinth (Buch: Curt Corrinth, János Veiczi; Regie: János Veiczi; Hauptdarsteller: Uwe-Jens Pape, Gerhard Rachold, Hartmut Reck). Auf dem Internationalen Filmfestival der VI. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Moskau (1957) erhält der Film die Silbermedaille.