Chronik der DDR 1965

    Aus DDR-Lexikon

    13. Januar Gründung der „Gesellschaft für Völkerrecht in der Deutschen Demokratischen Republik“ in Berlin (Ost), Wahl des Leipziger Völkerrechtlers Prof. Rudolf Arzinger zum Präsidenten.
    15. Januar Käthe-Kollwitz-Preis 1964 an Herbert Tucholski überreicht.
    5. Februar Festlegung der Besuchszeiträume für West-Berliner für Ostern und Pfingsten 1965 im Rahmen des Passierscheinabkommens vom 24.9.1964.
    5. Februar Uraufführung des DEFA-Films »Die Abenteuer des Werner Holt« nach dem gleichnamigen Roman (1. Teil) von Dieter Noll (Buch: Claus Küchenmeister, Joachim Kunert; Regie: Joachim Kunert; Hauptdarsteller: Maria Alexander, Angelica Domröse, Günter Junghans, Wolf Kaiser, Manfred Karge, Erika Pelikowsky, Peter Reusse, Klaus-Peter Thiele, Arno Wyzniewski). Auf dem IV. Filmfestival Moskau (1965) erhält der Film den Preis für die beste Verfilmung eines antifaschistischen Romans.
    13. Februar DDR-Erstaufführung von Benjamin Brittens »War-Requiem« in Dresden.
    13. Februar Arnold Zweig ruft in einem Appell zum Protest gegen den von der Regierung der BRD angestrebten Besitz von Atomwaffen und gegen die geplante Verjährung von Nazi- und Kriegsverbrechen auf. Zahlreiche Kulturschaffende schließen sich diesem Appell an.
    17. Februar Das Sekretariat des ZK der SED beschließt »Grundsätze über die planmäßige Entwicklung, Ausbildung, Erziehung und Verteilung der Kader in den Partei-, Staats- und Wirtschaftsorganen sowie den Massenorganisationen auf dem Gebiet der Kultur und Volksbildung«.
    19. Februar Eröffnung eines Generalkonsulats der DDR in Tansania; die DDR unterhält damit 9 Generalkonsulate in asiatischen und afrikanischen Staaten, 12 Botschaften in sozialistischen Staaten einschließlich Kuba, eine Gesandtschaft in Jugoslawien, 13 Handelsvertretungen mit teilweise konsularischen Befugnissen in Afrika, Asien und Lateinamerika sowie in Finnland und 12 Filialen der Kammer für Außenhandel in Nato- Staaten sowie in Schweden.
    21. Februar Ausstellung »150 Jahre russische Grafik« in Dresden und Leipzig (später in Berlin und anderen Orten).
    23. Februar Das Politbüro des ZK der SED fasst den Beschluss »Für eine neue Qualität der politisch-ideologischen Arbeit mit den Menschen«.
    24. Februar Staatsbesuch einer Delegation der DDR unter Leitung von Walter Ulbricht in der VAR Ägypten.
    25. Februar Volkskammer verabschiedet das Gesetz über das Einheitliche sozialistische Bildungssystem und das Gesetz über das Vertragssystem in der sozialistischen Wirtschaft.
    25. Februar Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem von der Volkskammer der DDR verabschiedet.
    27. Februar Eröffnung des Kulturzentrums der DDR in Kairo, anlässlich des Besuches von Walter Ulbricht in der Vereinigten Arabischen Republik.
    1. März Konsultativtreffen von Vertretern von 19 kommunistischen und Arbeiterparteien unter Teilnahme einer SED-Delegation in Moskau.
    5. März Uraufführung des Konzerts für Violine und Orchester von Ernst Hermann Meyer durch David Oistrach und die Berliner Staatskapelle.
    10. März IV. Forum der sozialistischen Dramatik in Berlin. Etwa 250 Intendanten, Dramaturgen, Regisseure und Schauspieler von 51 Bühnen der DDR sowie zahlreiche Dramatiker beraten über die Zusammenarbeit zwischen den Theatern und den Autoren sowie über die künstlerische Gestaltung der neuen, sozialistischen Thematik.
    13. März Kunstpreis der DDR verliehen an Theo Bälden, Ralph Borgwardt, Martin Eckermann, Heinz Fricke, Ewald Koch, Siegfried Kurz, Heinz Matloch, Goetz Oelschlägel, Hans-Georg Ponesky, Fred Schönfeld, Horst Smiszek, Friedo Solter, Siegfried Völkel, Jürgen von Woyski, Ruth Zechlin.
    13. März Lessing-Preis 1964 und 1965 verliehen an Rainer Kerndl, Armin-Gerd Kuckhoff, Gerhard Rentzsch und Joachim Tenschert.
    14. März Erstsendung des vierteiligen Fernsehfilms »Wolf unter Wölfen« nach dem Roman von Hans Fallada (Buch: Klaus Jörn; Regie: Hans-Joachim Kasprzik; Hauptdarsteller: Annekathrin Bürger, Inge Keller, Herbert Köfer, Helga Labudda, Wolfgang Langhoff, Armin Mueller-Stahl).
    17. März Sekretariat des ZK der SED fasst den Beschluss »Stand und weitere Entwicklung des künstlerischen Volksschaffens«.
    19. März Gastspiel Louis Armstrongs mit seiner All-Star-Band in der DDR im Rahmen einer Europa-Tournee.
    21. März Premiere des Schauspiels »Der Drache« von Jewgeni Schwarz am Deutschen Theater Berlin (Regie: Benno Besson; Hauptdarsteller: Eberhard Esche, Ursula Karusseit, Rolf Ludwig).
    26. März Personelle Umbesetzungen im Ministerrat; am 24.6. wird Otto Winzer (SED) Nachfolger des bisherigen Außenministers Lothar Bolz (NDPD), der aus Gesundheitsgründen zurücktritt.
    26. März Erstaufführung des Schauspiels »Die Verfolgung und Ermordung Jean-Paul Marats, dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade« von Peter Weiss am Volkstheater Rostock (Regie: Hanns Anselm Perten; Hauptrolle: Gerd Micheel).
    26. März VI. Bundeskongress der Domowina in Hoyerswerda. Zum Vorsitzenden wird Kurt Krenz wiedergewählt.
    28. März Plenartagung der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin. Als neue Mitglieder werden gewählt: Jurij Brezan, Eduard Claudius, Gerhard Geyer, Wilhelm Girnus, Lilo Gruber, Bert Heller, Karl Kayser, Helmut Koch, Günter Kochan, Hans Lorbeer, Georg Maurer, Karl Erich Müller, Maxim Vallentin, Manfred Wekwerth und Dieter Zechlin.
    28. März Heinrich-Mann-Preis der Deutschen Akademie der Künste an Johannes Bobrowski und Brigitte Reimann verliehen.
    28. März Käthe-Kollwitz-Preis der Deutschen Akademie der Künste an Fritz Duda verliehen.
    26. April 9. Tagung des ZK der SED. Referat von Walter Ulbricht (Die nationale Mission der Deutschen Demokratischen Republik und das geistige Schaffen in unserem Staat).
    29. April Deutsche Erstaufführung des Schauspiels »Leningrader Romanze« von Alexej Arbusow in Dresden.
    Mai Eröffnung des Kultur- und Informationszentrums der DDR in Sofia.
    5. Mai Auf einer Sitzung der Volkskammer proklamieren der Staatsrat, der Ministerrat und der Nationalrat der Nationalen Front ein „Manifest an das deutsche Volk und die Völker und Regierungen der Welt“, und Walter Ulbricht gibt eine Erklärung „Die nationale Mission der Deutschen Demokratischen Republik und der Friedenskräfte Westdeutschlands“ ab; darin wird - wie schon auf den Beratungen der 8. Tagung des ZK der SED am 11./12.2. - ein wiedervereinigtes Deutschland nur noch als ein sozialistisches Deutschland für möglich erklärt.
    6. Mai Uraufführung der Oper »Die Passion des Johannes Hörder« von Jean Kurt Forest nach dem Schauspiel »Winterschlacht« von Johannes R. Becher in Stralsund.
    6. Mai »Intergrafik 1965«, Internationale Grafikausstellung, veranstaltet vom Verband Bildender Künstler Deutschlands in Berlin anlässlich des 20. Jahrestages der Befreiung. Künstler aus 21 Ländern stellen etwa 1200 Arbeiten aus.
    14. Mai Internationales Schriftstellertreffen in Berlin und Weimar. An ihm nehmen Autoren aus 52 Ländern teil. Sie unterzeichnen die Manifestation »Ruf aus Weimar«, in der Stellung genommen wird gegen offenen und getarnten Faschismus, gegen die Aggressionspolitik des Imperialismus und gegen den Atomkrieg.
    24. Mai Pädagogen-Konferenz in Berlin, an der 900 Lehrer und Wissenschaftler teilnehmen. Es referiert Margot Honecker (Die Aufgaben der pädagogischen Wissenschaft bei der Verwirklichung des einheitlichen sozialistischen Bildungssystems in der Periode des umfassenden Aufbaus des Sozialismus).
    26. Mai 4. Berliner Internationale Fotoausstellung (bifota) eröffnet. Gezeigt werden 625 Arbeiten von Fotografen aus 48 Ländern.
    8. Juni Staatsbesuch einer jugoslawischen Regierungsdelegation unter Leitung von Tito in der DDR.
    11. Juni Plenartagung der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin. Zum neuen Präsidenten wird Konrad Wolf gewählt.
    17. Juni Empfang des Politbüros der SED für Wirtschaftsexperten aus den sozialistischen Ländern, die sich auf Einladung des ZK der SED zum Studium des NÖSPL in der DDR aufhalten.
    18. Juni Preis für künstlerisches Volksschaffen an 11 Persönlichkeiten und 10 Kollektive verliehen, unter anderen an das Zentralhaus für Kulturarbeit in Leipzig, an das Arbeitertheater des Metallhandels Leipzig sowie an die künstlerischen Leiter der Blasorchester von Klingenthal und Markneukirchen.
    18. Juni 7. Arbeiterfestspiele im Bezirk Frankfurt (Oder). 200 Veranstaltungen finden statt, von 5100 Volks- und 900 Berufskünstlern gestaltet. Neben der Leipziger »Pfeffermühle« treten 16 Amateurkabaretts - zum Teil in Bezirksprogrammen - auf. Am Leistungsvergleich der Blasorchester nehmen zehn Orchester teil. Zu den Ausstellungen gehört die »Fotoschau der 7. Arbeiterfestspiele«. Es werden insgesamt 22 Goldmedaillen verliehen.
    19. Juni 800-Jahr-Feier von Karl-Marx-Stadt (vor 1953 Chemnitz). Während der Festwoche treten über 5.000 Berufs- und Laienkünstler auf, unter ihnen Gäste aus der Sowjetunion und aus Großbritannien.
    19. Juni Gastspiel der Komischen Oper Berlin in Moskau mit den Opern »Ein Sommernachtstraum« von Benjamin Britten, »Othello« von Guiseppe Verdi und »Ritter Blaubart« von Jacques Offenbach.
    23. Juni 10. Tagung des ZK der SED: Direktiven für die Wahlen zu den Kreistagen und örtlichen Volksvertretungen; Beratung über Aufgaben und Arbeitsweise der örtlichen Vertretungen und ihrer Organe im NÖSPL; Beauftragung des Instituts für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED zur Herausgabe der achtbändigen Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung auf Grundlage eines genehmigten Entwurfs.
    2. Juli Der Nationalrat der Nationalen Front des demokratischen Deutschland legt ein Braunbuch über »Kriegs- und Naziverbrecher in der BRD« vor.
    2. Juli Internationale Buchkunstausstellung (iba) in Leipzig, an der sich Verlage, Grafiker und Buchgestalter aus 42 Ländern beteiligen. Am Wettbewerb der Illustratoren nehmen 127 Künstler aus 13 Ländern teil. Für die besten buchkünstlerischen Leistungen werden insgesamt 270 Medaillen vergeben; mit 9 Gold-, 11 Silber- und 12 Bronzemedaillen steht die DDR an der Spitze der Ausgezeichneten.
    4. Juli 1. Biennale der Ostseeländer mit Werken der Malerei, Grafik, Plastik unter dem Motto »Die Ostsee - ein Meer des Friedens«.
    7. Juli Beschluss des Sekretariats des ZK der SED »Über den Literaturvertrieb in den Grundorganisationen und die Aufgaben des Literaturobmannes«.
    14. Juli Abschluss eines Abkommens über Zusammenarbeit zwischen der DDR und der UdSSR beim Bau von Atomkraftwerken in der DDR.
    17. Juli »Haus für Kultur und Bildung« in Neubrandenburg eröffnet.
    1. August Ulbricht erklärt in Rundfunk und Fernsehen der DDR seine Bereitschaft, mit einem neuen Bundeskanzler über die Wiedervereinigung zu verhandeln, und schlägt die Bildung einer gemeinsamen Wirtschaftskommission vor.
    8. August Wilhelm-Lachnit-Gedächtnisausstellung in Dresden.
    9. August Gastspiel des Berliner Ensembles in London mit »Die Dreigroschenoper«, »Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui«, »Coriolan« und »Die Tage der Commune« von Bertolt Brecht.
    27. August Uraufführung des DEFA-Films »Lots Weib« (Buch: Egon Günther, Helga Schütz; Regie: Egon Günther; Hauptdarsteller: Marita Böhme, Klaus Piontek, Rolf Römer, Günther Simon, Gerry Wolff).
    30. August Ausschuss für Deutsche Einheit in der DDR veröffentlicht auf seiner Tagung das Dokument „Vorschläge für demokratische Veränderungen in Westdeutschland“.
    4. September Kunstausstellung »Von Delacroix bis Picasso« in der Berliner Nationalgalerie eröffnet. Sie zeigt 130 Werke der französischen Malerei, zum Teil aus ausländischen Museen und Galerien.
    10. September Uraufführung des DEFA-Films »Solange Leben in mir ist«, der dem Kampf Karl Liebknechts gewidmet ist (Buch: Michael Tschesno-Hell, Günter Reisch, Hermann Herlinghaus; Regie: Günter Reisch; Hauptdarsteller: Horst Schulze).
    13. September Gesetz über das Urheberrecht von der Volkskammer der DDR beschlossen.
    17. September Aufenthalt einer Partei- und Regierungsdelegation unter Leitung von Ulbricht in der UdSSR; Kommuniqué über Bildung eines paritätischen Regierungsausschusses für ökonomische und wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit.
    25. September 800-Jahr-Feier der Stadt Leipzig. Kulturelle Höhepunkte sind die Premiere von Goethes »Faust« (Erster und Zweiter Teil), die Uraufführung der 3. Sinfonie von Ottmar Gerster und der 1. Sinfonie von Ruth Zechlin sowie die Ausstellung »500 Jahre Kunst in Leipzig«.
    28. September Plenartagung der Deutschen Akademie der Künste zum Thema »Zu einigen Aufgaben der Musik in unserer Kulturrevolution«. Es referieren Johann Cilen?ek, Helmut Koch, Kurt Schwaen, Dieter Zechlin.
    Oktober Gründung der Galerie »Junge Kunst« in Frankfurt (Oder). Zum Direktor wird Karl-Heinz Maetzke ernannt.
    1. Oktober Uraufführung des DEFA-Films »Die besten Jahre« (Buch: Günther Rücker, Peter Krause; Regie: Günther Rücker; Hauptdarsteller: Bruno Carstens, Horst Drinda, Harry Hindemith, Rolf Hoppe, Klaus Piontek, Lissy Tempelhof).
    3. Oktober

    - 16. Oktober

    IX. Berliner Festtage. Zu Gast aus dem Ausland sind unter anderen das Nationaltheater Belgrad, das Workshop-Theater London, das Gorki-Theater Leningrad, das Pantomimen-Theater Wroclaw, das Puppen- und Schattenspieltheater aus der Provinz Hu-nan, Volksrepublik China. Die Berliner Bühnen zeigen die Uraufführung des Stückes »Moritz Tassow« von Peter Hacks an der Volksbühne und die DDR-Erstaufführung »Zwischenfall in Vichy« von Arthur Miller am Deutschen Theater. »Porgy and Bess« von Otto Preminger ist ein Filmbeitrag. Innerhalb des Programms der Festtage wird eine Mozart-Festwoche an der Deutschen Staatsoper eröffnet.
    6. Oktober Nationalpreisträger für Kunst und Literatur 1965: I Paul Dessau; II Heinrich Drake, Wolf Kaiser, Georg Maurer, Hans Theo Richter, Grete Weiskopf (Alex Wedding), Kollektiv des DEFA-Films »Die Abenteuer des Werner Holt« (Claus Küchenmeister, Joachim Kunert, Rolf Sohre); III Benno Besson, Gerhard Bienert, Ludmila Dvorákowá, Jean Kurt Forest, Hans Krämer, Auguste Lazar, Willi Neubert, Helmut Sakowski, Annerose Schmidt.
    8. Oktober Beschluss des IOC über Zulassung zweier deutscher Mannschaften zur Olympiade 1968. Das Nationale Olympische Komitee (NOK) der DDR wird Vollmitglied des IOC.
    8. Oktober Bildung einer eigenen Olympiamannschaft der DDR vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) beschlossen.
    10. Oktober Wahlen zu den örtlichen Volksvertretungen nach Einheitslisten der Nationalen Front.
    10. Oktober Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland veröffentlicht Studie über „Die Lage der Vertriebenen und das Verhältnis des deutschen Volkes zu seinen östlichen Nachbarn“; darin werden Grundfragen der Ostpolitik und der deutschen Ostgrenze behandelt.
    16. Oktober

    - 24. Oktober

    Gemeinsames Manöver „Oktobersturm“ der Nationalen Volksarmee (NVA) und der Streitkräfte der UdSSR, Polens und der CSSR in Thüringen.
    19. Oktober Ring-Uraufführung des szenischen Oratoriums »Die Ermittlung« von Peter Weiss in Berlin, Cottbus, Dresden, Erfurt, Gera, Leuna, Neustrelitz, Potsdam, Rostock und Weimar.
    20. Oktober Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden eröffnet, in der etwa 600 nach 1800 entstandene Werke ausgestellt werden.
    26. Oktober

    - 7. November

    Tage der sowjetischen Kultur, unter anderem mit der Erstaufführung des Films »Der Vater des Soldaten« sowie mit Ausstellungen von Industrieformgestaltung und Kunsthandwerk, von ukrainischer Volkskunst sowie einer Informationsschau über sowjetische Architektur.
    30. Oktober Hauptausschuss des Deutschen Sportbundes (DSB) hebt in Köln seinen Beschluss vom 16.8.1961 über Einstellung des Sportverkehrs mit der DDR auf.
    3. November Theoretische Konferenz über „Technische Revolution und Gewerkschaften“ in der Hochschule des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) „Fritz Heckert“ in Bernau.
    6. November

    - 11. November

    Internationales Symposium zum Thema »Zeitgenössische Operninterpretation« in Leipzig, veranstaltet vom DDR-Zentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI). Referate halten unter anderen Walter Felsenstein, Joachim Herz und Hans Pischner.
    12. November

    - 13. November

    4. Baukonferenz des ZK der SED und des Ministerrats der DDR.
    13. November

    - 21. November

    VIII. Internationale Dokumentär- und Kurzfilmwoche in Leipzig. Im Wettbewerb stehen 87 Filme aus 37 Ländern. Den Sonderpreis der Jury erhält »Der gewöhnliche Faschismus« (UdSSR). Die Goldene Taube erhalten »Now« (Kuba), »Kommando 52« (DDR), »Gute Zeiten - Herrliche Zeiten« (Großbritannien), »Im Skaphander über den Planeten« (UdSSR), »Margaritka« (Bulgarien) und »Bethune« (Kanada).
    19. November Beschluss des Sekretariats des Bundesvorstandes des FDGB »Richtlinie über die Einflussnahme der Arbeiter, Genossenschaftsbauern und der sozialistischen Intelligenz auf die sozialistische Erziehung und Bildung der Kinder und Jugendlichen durch die sozialistischen Patenschaftsbeziehungen«.
    25. November Abschluss eines neuen Passierschein-Abkommens über Besuchsmöglichkeiten von West-Berlinern in Berlin (Ost) vom 18.12.1965 bis 2.2.1966.
    25. November Beratung Walter Ulbrichts mit Schriftstellern. In der Diskussion zum Referat von Max Walter Schulz über »Humanismus und Realismus - Erbe und Auftrag« sprechen unter anderen Kurt Hager, Hans Koch, KuBa, Alfred Kurella, Anna Seghers und Christa Wolf. In seinem Schlusswort gibt Walter Ulbricht Antwort auf Fragen und behandelt geistige Probleme unserer Zeit sowie des künstlerischen Schaffens.
    27. November Besuch des Ersten Sekretärs des ZK der KPdSU, Breshnew, in der DDR.
    3. Dezember Abschluss eines langfristigen Handelsabkommens (1966-1970) zwischen der DDR und der UdSSR in Berlin (Ost).
    9. Dezember Ministerrat der DDR beschließt die Verordnung über die Schul- und Kinderspeisung.
    10. Dezember Der Dokumentarfilm »Kommando 52« (Regie: Walter Heynowski) läuft in den Filmtheatern an.
    11. Dezember Heinrich-Heine-Preis an Heinz Knobloch und Walter Werner verliehen.
    15. Dezember

    - 8. Dezember

    11. Tagung des ZK der SED: Beratung der Probleme des Perspektivplans bis 1970. Beschluss über den Volkswirtschaftsplan und den Staatshaushaltsplan 1966, Bestätigung der Maßnahmen über die zweite Etappe des NÖSPL; im Bericht des Politbüros kündigt sich ein schärferer Kurs in der Kulturpolitik an, u. a. werden Stefan Heym und Wolf Biermann, aber auch verantwortliche Funktionäre angegriffen.
    15. Dezember

    - 18. Dezember

    11. Tagung des ZK der SED. Referat Walter Ulbrichts (Probleme des Perspektivplanes bis 1970). Der Bericht des Politbüros wird von Erich Honecker erstattet. Rede Kurt Hagers (Die Kunst ist immer Waffe im Klassenkampf). Das Plenum nimmt kritisch zum künstlerisch-ideologischen Konzept einiger Filme, Fernsehsendungen, Theaterstücke und literarischer Arbeiten Stellung und betont die Notwendigkeit der Verbesserung der Führungstätigkeit auf kulturpolitischem Gebiet.
    18. Dezember Ministerrat beschließt Errichtung des Staatssekretariats für gesamtdeutsche Fragen, Leiter wird Joachim Herrmann.
    20. Dezember Volkskammer verabschiedet Familiengesetzbuch der DDR.
    21. Dezember Die Volkskammer der DDR beschließt das Familiengesetzbuch, das am I.April 1966 in Kraft tritt.
    22. Dezember Ministerrat beschließt Bildung von 9 neuen Industrieministerien und gleichzeitige Auflösung des Volkswirtschaftsrates (VWR); Beschluss über Einführung der 5-Tage-Arbeitswoche in jeder zweiten Woche und Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit mit Lohnausgleich für weitere 3 Mill. Werktätige ab April 1966.
    22. Dezember Ministerrat der DDR beschließt die Einführung der 5-Tage-Arbeitswoche in jeder zweiten Woche und die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 45 Stunden für weitere 3 Millionen Werktätige ohne Lohnminderung ab April 1966.