Chronik der DDR 1973

    Aus DDR-Lexikon

    Januar Die Zeitschrift »Kultur und Freizeit« erscheint erstmals.
    1. Januar Die DDR nimmt ihre Mitarbeit im Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) auf.
    23. Januar Regierung der DDR erklärt sich in gleichlautenden Noten an die Bundesrepublik Deutschland und weitere europäische NATO-Mitgliedsstaaten zur Teilnahme an den vorbereitenden Konsultationen über die Reduzierung von Streitkräften und Rüstungen in Europa bereit.
    25. Januar Plenartagung der Akademie der Künste der DDR, gemeinsam mit der Akademie der Wissenschaften, zum Thema »Brecht und die Naturwissenschaften« aus Anlass des 75. Geburtstages von Bertolt Brecht. Zum Tagungsthema referiert Werner Mittenzwei.
    26. Januar Gemeinsame Tagung des Präsidialrates des Kulturbunds der DDR mit den Präsidien der Künstlerverbände und der Akademie der Künste; Kurt Hager, Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED, unterstreicht die These der SED von der Herausbildung der sozialistischen Kultur in der DDR und dem Fortbestehen der bürgerlich-kapitalistischen Kultur in der Bundesrepublik und wendet sich gleichzeitig gegen die These vom Fortbestand einer einheitlichen deutschen Kulturnation.
    26. Januar Tagung des Präsidialrates des Kulturbundes der DDR, der Präsidien der Künstlerverbände und der Akademie der Künste der DDR. Es referiert Kurt Hager (Friedliche Koexistenz und ideologischer Kampf).
    26. Januar Uraufführung der Oper »Der verrückte Jourdain« von Fritz Geißler (nach Michail Bulgakow) am Volkstheater Rostock (Regie: Markwardt Grundig; Sänger: Kurt Böttger, Frank Brandau, Siegfried Eisenbach, Donka Lakowa).
    27. Januar III. Leistungsschau der Unterhaltungskunst in Leipzig mit 62 Programmen.
    1. Februar Zum Minister für Kultur der DDR wird Hans-Joachim Hoffmann berufen.
    2. Februar DDR tritt der Wiener Konvention über Diplomatische Beziehungen vom 18.2.1961 bei.
    9. Februar Großbritannien und Frankreich nehmen als 70. bzw.71. Staat Diplomatische Beziehungen zur DDR auf.
    9. Februar

    - 15. Februar

    Festwoche anlässlich des 75. Geburtstages von Bertolt Brecht unter anderem mit der DDR-Erstaufführung seines letzten Stückes »Turandot oder Der Kongress der Weißwäscher« (2. Februar) am Berliner Ensemble, einem Vortragsabend mit Therese Giehse, der Fernsehinszenierung von »Der kaukasische Kreidekreis« und verschiedenen wissenschaftlichen Veranstaltungen.
    14. Februar

    - 15. Februar

    Wissenschaftliches Kolloquium zu ideologischen Fragen, veranstaltet vom Institut für Internationale Politik und Wirtschaft (IPW) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED, der Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW) und der Sektion Philosophie/Geschichte/Staatsbürgerkunde der Universität Halle in Berlin (Ost)
    16. Februar

    - 25. Februar

    IV. Musik-Biennale Berlin unter anderem mit der Premiere von Dmitri Schostakowitschs Oper »Katerina Ismailowa« an der Deutschen Staatsoper Berlin (Regie: Erhard Fischer). Insgesamt werden 40 Werke uraufgeführt.
    1. März Veröffentlichung der Verordnung des Ministerrats über die Tätigkeit von Publikationsorganen anderer Staaten und deren Korrespondenten in der DDR vom 21.2.1973.
    5. März Akkreditierung von Korrespondenten der ARD und des ZDF sowie weiterer Zeitungen und Zeitschriften aus der Bundesrepublik Deutschland.
    5. März Plenartagung der Akademie der Künste der DDR zum Thema »Zu Problemen des künstlerischen Nachwuchses«. Zum Tagungsthema referiert Hans-Joachim Hoffmann.
    7. März Literaturpreis des DFD an Eberhard Panitz verliehen.
    12. März ZK der SED errichtet in Woltersdorf bei Berlin eine Sonderschule für marxistisch-leninistische Lehrkader zur Aus- und Weiterbildung leitender Kulturkader; die Leitung übernimmt Gerd Rossow, bisheriger stellvertretender Leiter der Abteilung Kultur beim ZK der SED.
    12. März Sonderschule des ZK der SED für die Aus- und Weiterbildung leitender Kulturkader in Woltersdorf eröffnet.
    13. März Staatssekretär Carsten Detlef Rohwedder vom Bundeswirtschaftsministerium übergibt dem Minister für Außenwirtschaft der DDR, Horst Sölle, auf der Leipziger Messe eine Liste von Vorschlägen zur praktischen Ausweitung des Handels zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR; im Jahre 1972 hatte der Umsatz im Innerdeutschen Handel (IDH) eine Höhe von über 5,3 Mrd. Verrechnungseinheiten erreicht.
    14. März

    - 15. März

    Treffen zwischen einer Delegation des FDGB unter Leitung von Herbert Warnke und Vertretern des DGB in Düsseldorf.
    15. März

    - 16. März

    Internationale Konferenz des ZK der SED zum 125. Jahrestag des Manifestes der kommunistischen Partei; vor den 45 Delegationen unterstreicht Kurt Hager, Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED, die These vom unüberbrückbaren Gegensatz zwischen der sozialistischen Nation in der DDR und der fortbestehenden kapitalistischen Nation in der Bundesrepublik Deutschland.
    15. März

    - 16. März

    Internationale Wissenschaftliche Konferenz des ZK der SED anlässlich des 125. Jahrestages des Erscheinens des »Manifest der Kommunistischen Partei«. An ihr nehmen Delegationen von 45 Bruderparteien teil. Das Hauptreferat hält Kurt Hager (Das »Manifest der Kommunistischen Partei« und der revolutionäre Weltprozess).
    18. März

    - 22. März

    Erstsendung des Fernsehfilms »Die Brüder Lautensack« nach dem Roman von Lion Feuchtwanger (Regie: Hans-Joachim Kasprzik; Hauptdarsteller: Ctibor Filcik, Klaus Piontek).
    18. März

    - 24. März

    Max-Reger-Festtage anlässlich des 100. Geburtstages des Komponisten in Meiningen.
    19. März Festveranstaltung des Nationalrates der Nationalen Front der DDR anlässlich des 125. Jahrestages der Revolution von 1848/1849. Es referiert Albert Norden (Die geschichtlichen Lehren aus der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848/49 und ihre Verwirklichung in der DDR).
    23. März Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste der DDR an René Graetz verliehen.
    23. März

    - 24. März

    VIII. Bundeskongress der Domowina in Bautzen. Zum 1. Sekretär des Bundesvorstandes wird Jurij Gros gewählt.
    23. März Theoretische Konferenz zum Thema »Das kulturelle Lebensniveau der Arbeiterklasse in der entwickelten sozialistischen Gesellschaft« in Berlin, veranstaltet vom Institut für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED, der Parteihochschule »Karl Marx« beim ZK der SED, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Karl-Marx-Universität Leipzig. Die Hauptreferate halten Hans Koch und Marianne Lange.
    27. März Uraufführung der Oper »Levins Mühle« von Udo Zimmermann (Regie: Harry Kupfer; Sänger: Günter Dressler, Wolfgang Hellmich, Hajo Müller, Karl-Heinz Stryczek, Helga Terner; Libretto: Ingo Zimmermann, nach dem Roman von Johannes Bobrowski).
    29. März Uraufführung der Oper »Das alltägliche Wunder« von Gerhard Rosenfeld (nach Jewgeni Schwarz) in Stralsund (Regie: Matthias Otto; Sänger: Ingeborg Otto, Walter Waehr, Erich Zdecklikiewitz).
    4. April Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR an Ulrich Plenzdorf und Helga Schütz verliehen.
    5. April Komitee für Unterhaltungskunst durch den Minister für Kultur konstituiert. Zum Generaldirektor des Komitees wird Peter Czerny berufen.
    23. April Konferenz über das kulturelle Lebensniveau der Arbeiterklasse in der entwickelten sozialistischen Gesellschaft in Berlin (Ost), veranstaltet vom Institut für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED, der Parteihochschule „Karl Marx“ beim ZK der SED (PHS) in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität in Berlin (Ost) und der Karl-Marx-Universität in Leipzig.
    29. April Premiere des DEFA-Films »Die Legende von Paul und Paula« in Berlin (Buch: Ulrich Plenzdorf; Regie: Heiner Carow; Hauptdarsteller: Angelica Domröse, Winfried Glatzeder).
    4. Mai Beschlüsse des Präsidiums des Bundesvorstandes des FDGB »Die gewerkschaftlichen Kulturhäuser zu Zentren des geistig-kulturellen Lebens entwickeln« und »Die Literaturpropaganda der Gewerkschaften verbessern und die Wirksamkeit der Gewerkschaftsbibliotheken erhöhen« angenommen.
    4. Mai Uraufführung von Volker Brauns Schauspiel »Hinze und Kunze« im Schauspielhaus Karl-Marx-Stadt (Regie: Piet Drescher; Hauptdarsteller: Jörg Gudzuhn, Gabriele Heinz, Horst Krause, Holger Mahlich).
    5. Mai

    - 9. Mai

    FDJ-Werkstatt der jungen Talente in Magdeburg.
    5. Mai

    - 5. August

    Bernhard-Heisig-Ausstellung in Dresden.
    9. Mai I. Triennale realistischer Malerei in Sofia eröffnet. Gerhard Kurt Müller aus der DDR erhält einen Preis für sein Bild »Die Interbrigadisten vor Teruel«.
    11. Mai Spektakel 1. Die Berliner Volksbühne führt an mehreren Spielstätten des Hauses en-suite fünf Stücke auf: »Vom Furz« (Regie: Brigitte Soubeyran; Hauptdarsteller: Berko Acker, Ursula Karusseit) und »Der fliegende Arzt« von Molière (Regie: Brigitte Soubeyran; Hauptdarsteller: Hermann Beyer, Dieter Montag), »Der Abiturmann« von Arne Leonhardt (Regie: Ernstgeorg Hering; Hauptdarsteller: Dieter Montag, Armin Mueller-Stahl), »Das letzte Paradies« von Andre Müller (Regie: Benno Besson; Hauptdarsteller: Walfriede Schmitt, Werner Tietze), »Kater Lampe« von Viktor Rosenow (Regie: Helmut Straßburger; Hauptdarsteller: Berko Acker, Wolfgang Sasse).
    12. Mai Freundschaftsbesuch von Breshnew in Berlin (Ost); Breshnew überreicht E. Honecker den Lenin-Orden, der ihm anlässlich seines 60. Geburtstages am 25.8.1972 verliehen worden war.
    14. Mai Ministerrat verabschiedet Verordnungen über sozialpolitische Maßnahmen (Frauen- und Übergangsrenten, Versicherungsschutz bei Unfällen, Leistungen in der Sozialfürsorge), die am 1.7.1973 in Kraft treten.
    17. Mai Kunstpreis der DDR an 15 Kunstschaffende und 4 Kollektive verliehen: Lothar Arnold, Herbert Collum, Jutta Damme, Rudolf Dunckel, Wieland Förster, Rolf Herricht, Renate Hoff, Wolfgang Mattheuer, Rolf Felix Müller, Gitta Nickel, Ude Nissen, Katja Paryla, Lothar Reher, Gerhard Rosenfeld, Regina Thoss, Ursula Werner, Formgestalter der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen (Rudi Stolle, Peter Strang, Heinz Werner, Ludwig Zepner), die Liedermacher Reinhold Ändert und Kurt Demmler, die Schlagersänger Monika Hauff und Klaus-Dieter Henkler, die Tanzmusikkomponisten und -autoren Wolfgang Brandenstein, Martin Hattwig, Wolfram Heicking, Klaus Hugo, Wilhelm Penndorf.
    24. Mai Johannes-R.-Becher-Preis an Günter Kunert und Wilhelm Tkaczyk verliehen.
    28. Mai

    - 29. Mai

    9. Tagung des ZK der SED: Positive Bewertung des Grundlagenvertrages, Begründung für den Ausbau der NVA, Beratungen zur ideologischen Arbeit der SED.
    29. Mai

    - 31. Mai

    V. Konferenz der Kulturminister sozialistischer Länder in Warschau.
    30. Mai

    - 31. Mai

    Besuch des Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Herbert Wehner, und des Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion, Wolfgang Mischnick, in Berlin (Ost); gemeinsames Zusammentreffen beider Fraktionsvorsitzender mit Erich Honecker.
    7. Juni Lessing-Preis an Hans Jürgen Geerdts und Alfred Matusche verliehen.
    12. Juni DDR beantragt Aufnahme in die UNO; die Bundesrepublik Deutschland stellt den entsprechenden Antrag am 15.6..
    14. Juni Zentralrat der FDJ berät Entwurf eines neuen Jugendgesetzes.
    16. Juni DDR-Erstaufführung des Stückes »Hölderlin« von Peter Weiss in Rostock (Regie: Hanns Anselm Perten; Hauptdarsteller: Matthias Meyer, Gerd Micheel).
    18. Juni Die USA, die UdSSR, Großbritannien und Frankreich überreichen dem UN-Generalsekretär, Dr. Kurt Waldheim, den Text ihrer Viermächteerklärung über Berlin und Deutschland vom 9.11.1972, worin sie darauf verweisen, dass durch eine UNO-Mitgliedschaft beider deutscher Staaten ihre Rechte, Verantwortlichkeiten und Pflichten gegenüber Berlin und Deutschland als Ganzem nicht berührt werden.
    18. Juni

    - 20. Juni

    Offizieller Besuch einer polnischen Partei- und Regierungsdelegation unter Leitung von Edward Gierek und Piotr Jaroszewicz in der DDR, Veröffentlichung einer Deklaration zur Festigung der Freundschaft und zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen der DDR und Polen am 21.6.
    20. Juni Fernsehfilm »Er, sie, es« von Rainer Bär und Günter Kaltofen auf dem X. Internationalen Fernsehfestival in Prag mit einem großen Preis »Das goldene Prag« ausgezeichnet.
    21. Juni Vertrag über die Grundlagen der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR tritt in beiden deutschen Staaten in Kraft; gleichzeitig werden mehrere Rechtsvorschriften zum Reiseverkehr zwischen der DDR und der Bundesrepublik, die vom Innenministerium der DDR am 14.6. erlassen wurden, rechtswirksam; sie betreffen u. a. Reisen von Bundesbürgern in die DDR (kleiner Grenzverkehr), Reisen von DDR-Bürgern in die Bundesrepublik bei dringenden Familienangelegenheiten und den grenzüberschreitenden Geschenkpaket- und -päckchenverkehr.
    26. Juni Kunstpreis des FDGB an 7 Kunstschaffende und 5 Kollektive verliehen: Siegfried Bimberg, Gudrun Brüne, Günther Deicke, Fritz Geißler, Bernhard Heisig, Kurt Huhn, Harald Wessel, Betriebsfilmstudio des Nähmaschinenwerkes Wittenberge, Kollektiv des Fernsehfilms »Die große Reise der Agathe Schweigert« (Albrecht Börner, Helga Göring, Joachim Kunert, Hans Müncheberg), Kollektiv des Fernsehfilms »Den Wolken ein Stück näher« (Peter Abraham, Günter Görlich, Walter Laaß, Christian Steinke), Zirkel für bildnerisches Volksschaffen des VEB Kombinat Umformtechnik Erfurt, Zirkel schreibender Arbeiter des VEB Carl Zeiss Jena.
    30. Juni

    - 16. September

    Ausstellung mit Plastiken und Zeichnungen Gerhard Geyers in Potsdam, anschließend in Berlin (18. Okto-ber-25. November).
    2. Juli Plenartagung der Akademie der Künste der DDR zum Thema »Zu aktuellen Problemen der Kultur- und Kunstpolitik«.
    3. Juli

    - 7. Juli

    Beginn der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in Helsinki (1. Phase); zweimaliges Gespräch zwischen den Außenministern der Bundesrepublik Deutschland, Walter Scheel, und der DDR, Otto Winzer.
    6. Juli Festakt zur Ehrung Hanns Eislers anläßlich des 75. Geburtstages des Komponisten. Fernsehdokumentarfilm »Ändere die Welt, sie braucht es« ausgestrahlt.
    6. Juli Hanns-Eisler-Preis von Radio DDR an Friedrich Goldmann, Rainer Kunad, Hans-Joachim Schulze und Udo Zimmermann verliehen.
    12. Juli Otto-Nagel-Haus in Berlin eröffnet. Ab Juni 1982 ist es eine Abteilung der Nationalgalerie in Berlin und dient der Pflege proletarisch-revolutionärer und antifaschistischer Kunst.
    23. Juli Vatikan ernennt drei der vier in der DDR amtierenden bischöflichen Kommissare zu apostolischen Administratoren, die die Rechte und Pflichten von residierenden Bischöfen haben und direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt sind; der jeweilige Sitz ist in Erfurt, Magdeburg und Schwerin; diese Gebiete gehörten bisher zu den Diözesen Fulda, Paderborn und Osnabrück.
    28. Juli

    - 7. Oktober

    »Intergrafik 73« im Berliner Alten Museum. Die Ausstellung mit Werken bildender Künstler aus 48 Ländern hat 50.000 Besucher.
    28. Juli

    - 5. August

    X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin. Es nehmen über 25.000 Delegierte und Gäste aus 140 Ländern aller Kontinente teil. Während der Weltfestspiele findet das Festival »PLX. Politische Lieder zu den X.« statt, an dem sich 104 Solisten und Singegruppen aus 45 Ländern beteiligen.
    31. Juli Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Grundlagenvertrag.
    1. August Der Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbricht, stirbt im Alter von 80 Jahren.
    9. August Beschluss des Ministerrates der DDR »Konzeption für die Entwicklung des geistig-kulturellen Lebens auf dem Lande, unter Berücksichtigung der weiteren sozialistischen Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion und des schrittweisen Übergangs zu industriemäßigen Produktionsmethoden«.
    17. August Premiere des DEFA-Films »Susanne und der Zauberring« in Leipzig (Buch: Lothar Gerber, Erwin Stranka; Regie: Erwin Stranka; Hauptdarsteller: Rolf Hoppe, Monika Wolf). Auf dem VIII. Internationalen Filmfestival in Moskau (1973) erhält Monika Wolf den Preis der Kinderjury für die beste Schauspielerin.
    24. August Uraufführung von Armin Stolpers Schauspiel »Klara und der Gänserich« im Landestheater Halle (Regie: Ekkehard Kiesewetter).
    28. August

    - 5. August

    X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin (Ost).
    September Zeitschrift »Film und Fernsehen« erscheint als Organ des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden der DDR.
    4. September Die am 31.1. aus Beauftragten beider deutscher Staaten gebildete gemeinsame Grenzkommission beginnt bei Lübeck mit der Markierung der Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR; am 20.9. werden die Grundsätze zur Schadensbekämpfung an der Grenze sowie zur Instandhaltung und zum Ausbau der Grenzgewässer vereinbart.
    12. September Bach-Haus in Eisenach nach Rekonstruktion wiedereröffnet.
    18. September DDR und Bundesrepublik Deutschland werden als 133. bzw. 134. Staat in die UNO aufgenommen.
    19. September Uraufführung von Peter Hacks' Komödie »Adam und Eva« am Dresdner Staatstheater (Regie: Klaus-Dieter Kirst; Hauptdarsteller: Wolfgang Dehler, Friedrich-Wilhelm Junge, Hannelore Koch, Jochen Kretschmer, Günter Kurze).
    21. September DDR unterbricht als Reaktion auf den Militärputsch vom 11.9. ihre Diplomatischen Beziehungen zu Chile.
    21. September

    - 28. September

    1. Tage des sozialistischen Films im Bezirk Magdeburg. Gezeigt werden 41 Filme, unter anderen eine DEFA-Retrospektive sowie der sowjetische Streifen »Den Menschen lieben«.
    29. September

    - 30. September

    I. Tage des Chansons als nationales Festival in Frankfurt (Oder). Sie finden in der Folge zuerst jährlich (bis 1975), dann alle zwei Jahre statt.
    2. Oktober 10. Tagung des ZK der SED: Beschluss über personelle Veränderungen im Politbüro, im Zentralkomitee, im Staatsrat und Ministerrat; Beratung eines Wohnungsbauprogramms für die Jahre 1976-1990.
    2. Oktober 10. Tagung des ZK der SED. Referat Wolfgang Junkers (Das Wohnungsbauprogramm der DDR für die Jahre 1976-1990). Beschluss des Wohnungsbauprogramms.
    3. Oktober Volkskammer wählt Willi Stoph zum Vorsitzenden des Staatsrats und H. Sindermann zum Vorsitzenden des Ministerrats und beschließt weitere personelle Veränderungen.
    3. Oktober

    - 21. Oktober

    XVII. Berliner Festtage. 246 Veranstaltungen finden statt und haben mehr als 167.000 Besucher. Zu Gast sind Ensembles und Solisten aus 12 Ländern, darunter das Theater am Geländer Prag unter Ladislav Fialka, das Ateneum-Theater Warschau, das Nationaltheater »Iwan Wasow« Sofia und Sergej Obraszow. 10 Ensemblegastspiele aus der DDR ergänzen das Programm, zu denen auch Berufs- und Laienkabaretts gehören. 10 Premieren finden an Berliner Bühnen statt, so die Uraufführungen der Stücke »Zement« von Heiner Müller und »Der verspielte Scheidungsgrund« von Karl Gassauer.
    5. Oktober Nationalpreisträger für Kunst und Literatur 1973: I Hans Helmut Hunger, Hermann Kant, Gisela May; II Hannelore Bey, Max Butting, Erhard Fischer, Roland Gawlik, Wieland Herzfelde, Rolf Ludwig, Friedel Nowack, Herbert Sandberg, Horst Sauer, Architekten-Kollektiv Rostock-Lütten Klein (Peter Baumbach, Erich Kaufmann, Rudolf Lasch, Kurt Tauscher, Wolfgang Urbanski), Kollektiv von Literaturwissenschaftlern (Friedrich Albrecht, Irmfried Hiebel, Klaus Kandier, Alfred Klein); III Kurt David, Joachim Jastram, Theodor Rosenhauer, Gisela Schröter, UIrich Thein, Kollektiv der städtebaulichen Gestaltung eines Wohngebietes in Cottbus (Werner Fichte, Gerhard Guder, Gerhart Müller), Übersetzerkollektiv (Liselotte Remané, Günther Stein, Traude Stein).
    8. Oktober

    - 15. November

    II. Festival des sowjetischen Kino- und Fernsehfilms in der DDR. Aufgeführt werden 8 neue Filme, unter anderen »Das süße Wort - Freiheit« und »Setzlinge«.
    12. Oktober Uraufführung des Stückes »Zement« von Heiner Müller (nach Fjodor Gladkow) am Berliner Ensemble (Regie: Ruth Berghaus; Hauptdarsteller: Christine Gloger, Stefan Lisewski).
    18. Oktober Plenartagung der Akademie der Künste der DDR zum Thema »Probleme des kulturellen Erbes«. Zum Tagungsthema referiert Alexander Abusch.
    19. Oktober Preis für künstlerisches Volksschaffen an 3 Kunstschaffende und 12 Kollektive für ihre Leistungen in Vorbereitung und Durchführung der X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin verliehen.
    23. Oktober DDR-Erstaufführung des Stückes »Oberösterreich« von Franz Xaver Kroetz in Rostock (Regie: Rainer Jahnke).
    5. November Finanzministerium ordnet mit Wirkung vom 15.11. die Verdoppelung der Mindestumtauschsätze pro Person und Tag für Bürger nichtsozialistischer Staaten beim Aufenthalt in der DDR einschließlich Berlins (Ost) an (von 10,- auf 20,- und von 5,- auf 10,- DM).
    14. November

    - 16. November

    VII. Kongress des Deutschen Schriftstellerverbandes in Berlin (Ost); Umbenennung in Schriftstellerverband der DDR, Wiederwahl von Anna Seghers zur Präsidentin.
    14. November

    - 16. November

    VII. Schriftstellerkongress der DDR in Berlin. Eröffnungsrede von Anna Seghers (Der sozialistische Standpunkt lässt am weitesten blicken). Das Hauptreferat hält Hermann Kant (Unsere Worte wirken in der Klassenauseinandersetzung). Anna Seghers wird erneut zur Präsidentin des Schriftstellerverbandes der DDR gewählt.
    17. November Uraufführung der Oper »Reiter der Nacht« von Ernst Hermann Meyer an der Deutschen Staatsoper Berlin (Libretto: Günther Deicke, nach einem Roman von Peter Abraham; Regie: Joachim Herz; Sänger: Reiner Goldberg, Gisela Pohl, Gisela Schröter, Siegfried Vogel).
    24. November

    - 1. Dezember

    XVI. Internationale Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche für Kino und Fernsehen. 183 Filme aus 47 Ländern werden gezeigt. Goldene Tauben erhalten »Madonna aus Romensk« (UdSSR), »Tay Ho - Das Dorf in der 4. Zone« (DDR), »Erzählung über den ersten Frühling« (UdSSR), »Südvietnam - a question of fortune« (Großbritannien), »Der Klang der Schultrommel« (DR Vietnam), »Die Erde von morgen« (UdSSR).
    4. Dezember

    - 13. Dezember

    Tage der sowjetischen Kultur- und Kunstwissenschaften in der DDR. Vorträge und Diskussionen mit Wissenschaftlern der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der KPdSU und der Parteihochschule beim ZK der KPdSU zu Fragen der Ästhetik, der Kulturtheorie sowie der Literatur-, Kunst- und Filmwissenschaft.
    11. Dezember Abschluss des Vertrages über die gegenseitigen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der CSSR.
    12. Dezember Heinrich-Heine-Preis an Gerhard Holtz-Baumert verliehen.
    12. Dezember Kunstpreis der DDR an Heinz Burghard und das Kollektiv »Festivalkarneval« verliehen.