Deftiges

    Aus DDR-Lexikon

    Bautzener Senf

    In der DDR der marktführende Senf. Jetzt heißt er Bautz'ner Senf und schmeckt nach wie vor würzig und scharf.

    Burger Knäckebrot

    Knäckt und bröselt schon, seit Wilhelm Kraft 1927 in Börderstadt Burg seine Fabrik gründete. 1948 wurde daraus der VEB Erste Deutsche Knäckebrotwerke. Neben Knäckebrot produziert das Unternehmen inzwischen auch Zwieback, diverse Gebäcksorten und Frischbrot. Heute ist das Unternehmen die Nr. 1 auf dem ostdeutschen Markt und die Nr. 2 auf dem nationalen Markt.

    Cama

    Die Delikatessmargarine aus dem VEB Thüringer Öl- und Margarinewerke, die erstens eine gesunde Margarine war und zweitens 1973 Leipziger Messegold erhielt.

    Eberswalder Würstchen

    Richtig gut, die Wurst! Wird immer wieder gern gegessen, zum Beispiel in der Kartoffelsuppe oder zu Muttis Kartoffelsalat. Kommt nach wie vor aus Eberswalde in Brandenburg. 1977 als das Schlacht- und Verarbeitungskombinat Eberswalde gegründet, wurde das Unternehmen schnell zu den größten Europas. Nach der Wiedervereinigung wurde das Eberswalder Fleischwerk von der Plumrose Deutschland GmbH übernommen. 2000 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden, konnte aber schon 2001 durch diverse Umstrukturierungen rehabilitiert werden.

    Filinchen

    Waffelbrot aus dem VEB Gutena Apolda (jetzt Gutena GmbH Apolda mit über 35 Mitarbeitern). Filinchen hat ausdrücklich nichts mit langweiligem Knäckebrot zu tun; die Brote werden nämlich im Waffeleisen gebacken und sind für süßen und deftigen Aufstrich ebenso geeignet wie zum Knabbern vor dem Fernseher.

    Goldbroiler

    1972 wurde das Produkt des Kombinats Industrielle Mast im Lexikon des Hotel- und Gaststättenwesens so beschrieben: "gegrilltes Hähnchen mit leicht biegsamem Brustfortsatz". Der Anglizismus von "to broil" wurde sogar in den offiziellen Sprachgebrauch der DDR aufgenommen.

    Halberstädter Würstchen

    Leckere Würstchen aus dem VEB Halberstädter Fleischwaren und die ersten Würstchen, die es in Büchsen gab. Diese Weltneuheit hatte der Fleischer Friedrich Heine schon 1896 erfunden; der "Genuss auf beste Art" ist auch heute noch im Supermarktregal zu finden.

    Ketwurst

    Neben "Griletta" das Fastfood der DDR. Die Ketwürste wurden in Ketten produziert, die dann auseinander geschnitten wurden. Zum Verzehr wurde die würzigere Art des "Hotdogs" in ein Brötchen gelegt und je nach Geschmack verfeinert.

    KIM

    Kombinat für Industrielle Mast, und damit zuständig für alle Eier und Broiler (Hähnchen), die man im Osten verspeiste. Das Unternehmen erwarb in den 1970er Jahren die aus den USA stammende Lizenz zur Mastgeflügelzucht und produzierte fortan den Goldbroiler, die Ketwurst, Griletta (Antwort auf den westdeutschen Hamburger) etc. Einzigartig war die Art des Betriebs seine Mitarbeiter zu motivieren. Auf einer Zeichnung waren Hühner zu sehen mit dem Text: "Saufen, Fressen, Faulenzen und (trotzdem) den Plan erfüllen!"

    Kuko-Reis

    Der Kurz-Koch-Reis der Firma Wurzener aus Wurzen bei Leipzig musste nur sieben Minuten gekocht werden und brachte damit der Hausfrau, die ihre Familie ernähren wollte, eine beachtliche Zeitersparnis. Inzwischen ist der Kochbeutelreis wieder im Wurzener-Sortiment; er ist schon innerhalb von fünf Minuten fertig und kann sogar ganz ohne Kochen zubereitet werden.

    Ohn-Ei

    Ein Eier- und Milchersatzstoff aus Weizenmehl und Soja, der für die Zubereitung von Eierkuchen, Knödeln und Panade geeignet war - schlicht "ein wissenschaftlich begründeter Fortschritt auf dem Gebiet der Ernährung." Hersteller war das ROGGKAFFOL Lebensmittelwerk Tangermünde.

    Riesaer Nudeln

    Im Zweiten Weltkrieg zerstört, konnte das 1914 gegründete Riesaer Nudelwerk dank staatlicher Unterstützung 1950 wieder die Nudelproduktion aufnehmen und nannte sich fortan Konsum-Teigwarenfabrik Riesa. Eine fast automatische Makkaronimaschine lieferte 1957 eine wichtige Ergänzung zu Sternchen-, Hörnchen-, Muschel- und Spiralen-Nudeln. DDR-weit bekannt wurde die Initiative von Riesaer Bäckern, die den starken Produktionsschwankungen der industriellen Nudelproduktion mit handwerklichen Erzeugnissen entgegenkamen, um dem Bedarf der Bevölkerung zu entsprechen. 1988 stellten die Riesaer Nudelhersteller 22 Prozent der DDR-Produktion und waren damit der zweitgrößte ostdeutsche Pasta-Hersteller. Nach der Wiedervereinigung interessierten sich ostdeutsche Bürger nur noch für West-Nudeln. 1993 vom schwäbischen Spezialitätenhersteller Alb Gold übernommen, entwickelte das Werk neue Produkte und konnte wieder Gewinn machen. In jüngster Zeit warb sogar Boxer Axel Schulz für die "Fitmacher" aus Riesa.

    Spreewaldgurken

    Eines der bis heute bekanntesten Produkte der DDR sind die eingelegten Gurken aus dem Spreewald, dem größten Gurkenanbaugebiet Deutschlands. Der Spreewaldhof in Golßen ist heute noch Marktführer in den neuen Bundesländern und gewinnt mit seinen Produkten auch im Westen immer mehr begeisterte Kunden.

    Suppina

    Tüten-Suppe für Suppengenießer - ebenso für "alte Suppenhasen" wie für "junge Suppengenießer" in vielen Geschmacksvarianten; aber auch Würzmischungen und Fertigsoßen. Was in der DDR die Rettung vieler Junggesellen war, steht heute, nach 12 Jahren Pause, deutschlandweit in den Supermarktregalen.

    Tempo

    Tempo-Linsen, -Erbsen und -Bohnen wurden im VEB Nahrungsmittelwerk "Suppina" in Auerbach hergestellt. Vor allem durch die schnelle Zubereitungszeit von zehn Minuten erlangten die vorbehandelten Hülsenfrüchte, die man nicht mehr einweichen musste, in der DDR einen hohen Beliebtheitsgrad.