Handelsorganisation

    Aus DDR-Lexikon

    Abk.: HO; Das Kürzel war so viel bekannter als die Vollform, dass manche scherzhaft als "H-Null" lasen, was für "Handelsorganisation" in der DDR stand. Die HO wurde am 3.11.1948 in der SBZ als staatliche Kette von Einzelhandelgeschäften gegründet zum Verkauf von Lebensmitteln und Mangelwaren zu überhöhten Preisen, womit man den Schwarzmarkt bekämpfen und den Geldüberhang vermindern wollte. Außerdem sollte der "volkseigene Charakter" des Handels zur besseren Einfügung in die Planwirtschaft gestärkt werden. Nach Gründung der DDR hatte die HO dann das Monopol für den freien Verkauf rationierter Waren, so dass der private Einzelhandel durch mangelhafte Zuteilung ausgetrocknet wurde und oft zum Verkauf von Läden an die HO gezwungen war. Mit Ende der Rationierung von Lebensmitteln 1958 wurde diese Politik durch steuerliche Begünstigung der HO ersetzt, so dass sich der Schwund der Privatbetriebe weiter beschleunigte; 1982 erreichte er nur noch einen Anteil von 11,6 % am Binnenhandel, während die HO auf über 50 % kam, der Rest entfiel auf die Konsumgenossenschaften. Die HO betrieb auch Gaststätten, Warenhäuser, ein Versandhaus u.a.; 1962 wurden so genannte Delikat- und Exquisit-Läden gegründet, die Importwaren und Luxusgüter für wohlhabendere Kreise anboten und den modischen Bedarf Jugendlicher befriedigen sollten. Im gleichen Jahr entstanden die Intershops.