Manfred "Ibrahim" Böhme

    Aus DDR-Lexikon

    Vorsitzender der DDR-SPD geboren: 18. November 1944 in Leipzig gestorben: 21. November 1999 in Neustrelitz, Mecklenburg-Vorpommern

    Manfred "Ibrahim" Böhme (er wählte den Vornamen "Ibrahim" selbst) galt als Paradiesvogel der DDR: Der Mitbegründer der Ost-SPD war stets in den Medien präsent und kandidierte als Ministerpräsident. Böhme wurde als Top-Spitzel der Staatssicherheit entlarvt und so auch unter dem Namen "Genosse Judas" bekannt.

    • ab 1961 Maurer-Ausbildung; währenddessen Besuch einer Abendschule
    • 1967 Eintritt in die SED
    • 1968 Abschluss des Fernstudiums als Historiker und Lehrer
    • 1968-86 als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) "August Drempke", "Paul Bonkartz", "Bernd Rohloff" und "Maximilian" des Ministeriums für Staatssicherheit tätig
    • spätestens ab Mitte der 1970er Jahre in der DDR-Opposition aktiv, möglicherweise infolge von Instruktionen seiner Führungsoffiziere aus dem Ministerium für Staatssicherheit
    • 1976 Austritt aus der SED
    • 7. Oktober 1989 Gründungsmitglied der SPD in Schwante (bei Oranienburg), Geschäftsführer und ab 7. Dezember SPD-Vertreter am "Zentralen Runden Tisch"
    • 1990 Vorsitzender der DDR-SPD
    • März - August 1990 Volkskammer-Abgeordneter und SPD-Fraktionsvorsitzender
    • 2. April 1990 Rücktritt Böhmes von allen Parteiämtern wegen des Vorwurfs der inoffiziellen Mitarbeit für das MfS
    • Juni 1992 Schiedsverfahren mit resultierendem Ausschluss aus der SPD wegen "schweren parteischädlichen Verhaltens"