Nationaldemokratische Partei Deutschlands

    Aus DDR-Lexikon

    Abk.: NDPD; Da sich die Christliche Demokratische Union (CDU) der DDR und die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDP, später LDPD) (noch) nicht der Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) unterwerfen wollten, initiierte die SED gemeinsam mit der Sowjetischen Militär-Administration in Deutschland (SMAD) die Gründung einer Partei für die national eingestellten Wähler (v.a. Mittelstand und Kriegsheimkehrer). Am 25.5.1948 wurde die Nationaldemokratische Partei Deutschlands offiziell gegründet. Ihr Parteiprogramm beinhaltete folgende Forderungen:

    • Existenzsicherung für den Mittelstand
    • Wiedereingliederung des ehemaligen Berufsbeamtentums
    • Enteignung der Großkonzerne, Durchführung einer Bodenreform
    • Wiederaufbau von Handel und Gewerbe
    • Wiedereingliederung der ehemaligen "kleinen" NSDAP-Mitglieder.Die NDPD erkannte den Führungsanspruch der SED vollständig an und war nach deren Muster organisiert. Die spätere Staatspartei versorgte die National-demokratische Partei mit Funktionären aus den eigenen Reihen und kontrollierte so Loyalität und Linientreue der ehemaligen NSDAP-Mitglieder. Die Mitgliederzahl belief sich in den 1980er Jahren auf rund 100 000.

    Nach der Wiedervereinigung konnte die Partei in Ermangelung eines klaren Wahlprogramms kaum Wähler gewinnen. Sie schloss sich dem Bund Freier Demokraten an und ging schließlich in der FDP der BRD auf.