Tabakwaren

    Aus DDR-Lexikon

    Cabinet

    Die Zigaretten wurden in Nordhausen produziert, der Stadt, aus der auch der bekannte Nordhäuser Doppelkorn stammt. "Cabinet", eine der beliebtesten Ost-Zigarettenmarken, wurde nach der Wiedervereinigung von Reemtsma aufgekauft, verlor aber nach einem Imagewechsel ihren Marktanteil von 30 Prozent und fiel auf magere 12 Prozent.

    Club

    Neben anderen Zigarettenmarken war "Club" zu DDR-Zeiten die Marke, die vier Mark kostete und vor allem von der "Intelligenz" geraucht wurde. "Club" ist auch heute noch auf dem Zigarettenmarkt präsent.

    F6

    Eine Dresdener Zigarettenmarke, bei der man noch richtig den Teer und das Nikotin schmecken kann. Eine Schachtel kostete damals 3,20 Mark. Nach der Wiedervereinigung wurde die Marke von Philip Morris aufgekauft und - neben Marlboro im Westen - Marktführer im Osten, da sie weiterhin den Charakter der DDR repräsentierte und damit die Beliebtheit der neuen Bundesbürger für sich gewinnen konnte. Auch auf dem europäischen Markt konnte sie sich erfolgreich behaupten.

    Jubilar

    Zigarettenmarke, die den Nikotinspiegel eines jeden Rauchers höher schnellen ließ, und das auch noch recht zügig: Die "Jubilar" war filterlos.

    Juwel

    Bei dieser Zigarettenmarke konnte man sogar zwischen "Alt" und "Neu" wählen. Eine Schachtel kostete 2,50 Mark. Nach der Wiedervereinigung wurde die Marke von Philip Morris aufgekauft, die bis heute "Juwel 72" und "Juwel Filter" produzieren. Vor allem die ehemaligen DDR-Bürger sollen als Zielgruppe behalten werden, deshalb wirbt Philip Morris mit dem Slogan: "Ich rauche Juwel, weil ich den Westen schon getestet hab'. Eine für uns."

    Karo

    Eine Schachtel filterloser "Karo"-Zigaretten kostete nur 1,60 Mark und war eine der beliebtesten Zigarettenmarken bei den Arbeitern in der DDR. Nach der Wiedervereinigung übernahm Philip Morris die Marke und behielt in seinem Marketing-Konzept mit dem Slogan "Anschlag auf den Einheitsgeschmack" das Image der Ost-Marke bei.

    Weitere Zigarettenmarken

    Casino, Duett, Inka, Medikus, Monte Christo, Porti, Puck, Real, Salem, Semper, Tadellos.

    Zigarren

    Von den ehemals 17 Zigarrenfabriken in der DDR gibt es heute noch zwei, Dingelstädt und Treffurt. Zu DDR-Zeiten wurden beide mit dem Titel "Betrieb der ausgezeichneten Qualitätsarbeit" ausgezeichnet. Zigarrenmarken: Aviso, Bode Spitzen, Brasil Kurier, Brasil Zauber, Die Schöne, Diplomat, Don Ramiro, Don Ramiro Brasil, Elegantes, Finesse, Jagdkammer Trumpf, Jagdkammer Extra, Privat, Rostock Gold, Stadtwappen Halle, Sprachlos, Swirtigal 40, Trix

    Riesaer Zündwaren

    Eine Schachtel der Riesaer Streichhölzer kostete die gesamte DDR-Zeit hindurch kontinuierlich zehn Pfennige. Da der 1912 gegründete Zündholzkonzern in der DDR das Monopol an den "Sicherheitszündhölzer[n]", wie auf den Schachteln stand, besaß, waren die Preise keinerlei Marktschwankungen unterworfen. Heute produziert die Firma neben Zündhölzern auch Süßigkeiten, Feuerzeuge und verschiedene Werbeartikel.